Etwas mehr als purer Zufall

Am Freitag, den 24.02, eröffneten vier FU-Studentinnen die Ausstellung „Zufallstreffer“ im Künstlerhaus Bethanien, die sie im Rahmen des Seminars „Kunst- und Kulturarbeit“ organisiert haben. Dort stellt FU-Alumnus Aurélien Tristan Bonnetain seine abstrakten Zeichnungen aus. Von Franziska Helms

Die Ausstellung “Zufallstreffer” im Bethanien. Foto: F. Helms

Die Ausstellung „Zufallstreffer – Aurélien Tristan Bonnetain und die Geschichtenerzähler“ ist bei ihrer Eröffnung in Studio I des Künstlerhauses Bethanien gut besucht. Nach und nach finden sich über einhundert Gäste ein. In Grüppchen stehen sie vor den postkartengroßen, naiv-spielerischen Bleistiftzeichnungen und bestaunen deren Detailreichtum. Daneben hängen Texte, in denen elf Autoren verschiedener Nationen interpretativ verarbeiten, was sie in den figürlich bis abstrakten Arbeiten des Franzosen Bonnetain sehen. Dies scheint nicht immer einfach zu gelingen: „Wenn ich nur den Sinn dieses Bildes verstünde“, klagt ein Text.

Aurélien Bonnetain selbst steht amüsiert in der Besuchermenge. Den Sinn seiner Werke vermag er selbst nicht zu fassen. Zeichnen ist für ihn “ein Akt der Meditation”. Bonnetain ist mittlerweile im Filmgeschäft tätig und präsentiert hier zum ersten Mal seine Zeichnungen.

Die Ausstellung verdankt er der Überredungskunst von Vivi Kallinikou, einer der vier Organisatorinnen, die mit Bonnetain befreundet ist. Kallinikou studiert Kunstgeschichte an der Freien Universität und hat wie ihre Kommilitonin Annika Hirsekorn auch neben dem Studium schon einschlägige Erfahrungen mit der Planung und Durchführung von Kunstausstellungen gemacht.

Der größte Teil der Projektarbeit „Zufallstreffer“ fand im Praxisseminar „Kunst- und Kulturarbeit“ in diesem Wintersemester statt: Von der Auswahl der Zeichnungen und Kontakt mit den Schriftstellern, von den Pressemitteilungen bis zur Finanzierung und Planung der Leseperformance haben die vier Studentinnen alles selbst gemacht. „Ich habe so viele Stiftungen angeschrieben“, erzählt Alime Gümüs, Studentin der Erziehungswissenschaften, Soziologie und Psychologie. “Es war wie ein Weihnachtsgeschenk, als die Friede Springer Stiftung im Dezember die Finanzierung zugesagt hat.“ Eszter Légrády, die vierte im Bunde, verkauft am Eingang den ebenfalls in Eigenregie entstandenen Ausstellungskatalog.

Am Ende des Abends gab es ein Jazzkonzert und vier zufrieden wirkende Organisatorinnen. Das können sie auch durchaus sein. Die Zeichnungen von Bonnetain fordern den Betrachter zum Rätseln auf. Wie die begleitenden Texte zeigen, erzählen sie trotz klarer Linien keine eindeutigen Geschichten. Wer also Lust hat, sich auf Geschichtensuche zu begeben, wird in dieser angenehm überschaubaren Ausstellung viele finden.

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2008

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