Präsidium geht auf studentische Kritik ein

Der Streit um die Rahmenstudien- und Prüfungsordnung geht in die nächste Runde: Das Präsidium hat einen aktualisierten Entwurf vorgelegt, der Kritikpunkte aufnimmt. Er wurde am Dienstag in der Kommission für Lehrangelegenheiten diskutiert. Noch kam es dabei zu keinem Ergebnis. Von Max Krause

Am Dienstag, 12. Juni, hat die Kommission für Lehrangelegenheiten (KfL) über die geplante Rahmenstudien- und Prüfungsordnung (RSPO) beraten, die zu nächstem Semester an der FU in Kraft treten soll. Dieses Gremium ist zur Hälfte mit Studierenden und zur Hälfte mit Vertretern der anderen Statusgruppen besetzt und berät den Akademischen Senat; selbst hat es keine Beschlusskompetenz.

Die Sitzung stand von Anfang an unter keinem guten Stern: Kurzfristig war der Beginn um zwei Stunden vorverlegt worden, um mehr Zeit für die Diskussion zu haben. Allerdings kam diese Information nicht bei allen Kommissionsmitgliedern rechtzeitig an, sodass sich die Sitze erst nach und nach füllten. Außerdem verschickte das Präsidium nur wenige Stunden vor Beginn der Sitzung einen aktualisierten Entwurf zur RSPO – für Einige zu wenig Zeit zur Einarbeitung.

Neuer Entwurf der RSPO nimmt Kritik der Studierenden auf

Der neue Entwurf geht auf die Kritik, die Studierende in den vergangenen Tagen lautstark äußerten, ein: So sind Regelungen für eine Zwangsberatung, die zur Exmatrikulation führen kann, ersatzlos gestrichen worden. Bei den zwei Prüfungswiederholungen bleibt es aber. Der Kompromiss an dieser Stelle seitens des Präsidiums ist, dass die Regelung erst ab 2014 in Kraft treten soll. Laut Professor Michael Bongardt, Vizepräsident und Vorsitzender der KfL, ist es Aufgabe der Fachbereiche, an denen Studierende oft nicht bestehen, bis dahin dafür sorgen, dass ihre Durchfallquoten sinken.

Von Studierendenseite wird der Entwurf jedoch weiterhin kritisch gesehen. Die studentischen Mitglieder der KfL wollen die Beschränkung auf zwei Wiederholungen ganz streichen. Streit gab es auch um die Frage, wann Prüfungen wiederholt werden müssen. Der aktuelle Entwurf sieht vor, dass Studierende zur Wiederholung einer Haus- oder Abschlussarbeit gezwungen werden sollen, wenn sie mehr als zehn Prozent der Arbeitszeit „an der Bearbeitung gehindert“ sind. Bei einer Bachelorarbeit kann so schon ein einwöchiger Knockout durch eine Grippe dafür sorgen, dass die Arbeit komplett wiederholt werden muss.

Einen Tag nach der KfL folgt die nächste Vollversammlung

Kritik gab es auch an dem schnellen Verfahren, in dem die Ordnung verabschiedet werden soll. Es bleibe nicht genug Zeit zur Diskussion, so die Studierenden. Die Behauptung, das Präsidium wolle die RSPO im Hauruckverfahren verabschieden, wies Bongardt entschieden zurück: „Der Vorwurf, das Präsidium wolle die Ordnung durchpeitschen, ist Unsinn“, sagte er.

In der Sitzung blieb schließlich auch keine Zeit, alle Punkte zu diskutieren. Die KfL verabschiedete daher einstimmig eine Empfehlung an den Akademischen Senat, die RSPO auf der kommenden Sitzung am 20. Juni noch nicht zu beschließen. Einen Tag nach der KfL-Sitzung, am 13. Juni, findet die studentische Vollversammlung statt (die Zweite innerhalb einer Woche), welche als Runder Tisch zwischen Studierenden und Präsidium dienen soll. Auch das Präsidium wurde eingeladen. Bongardt, sowie FU-Präsident Peter André Alt haben zugesagt, allerdings kann Alt aus terminlichen Gründen nur eine Stunde anwesend sein.

Autor*in

FURIOS Redaktion

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