Kultur-Studenten bringen Kinder auf Trab

Manche Kinder haben noch nie ein Museum innen gesehen, geschweige denn sich bewusst mit Kunstwerken beschäftigt. Studenten der FU haben das jetzt geändert. Von Jule Rothe

Kunstherbst für Kids

Unter Anleitung von FU-Studenten basteln die Kinder ein Holzgerüst, das mit Stoff bespannt später ein großes Gesicht ergeben soll. Fotos: Jule Rothe

„Nicht anfassen“, ruft Marc Lippuner. Der Junge schreckt zusammen. Mit großen Augen schaut er zu ihm auf. „Entschuldigen Sie!“ murmelt das Kind, das neugierig den Arm ausgestreckt hatte, um das alte Portrait von Friedrich Schiller anzufassen. Für einen kleinen Moment haben seine Finger das Bild berührt. Marc lacht. „Sag mal hast du mich gerade etwa gesiezt? Kannst ruhig Du zu mir sagen.“ Der Kultur-Student weiß: Was sonst im Museum verboten ist, lässt sich heute kaum vermeiden.

Die meisten jungen Leute, mit denen er gerade durch das Deutschen Historischen Museum (DHM) streift, haben von Kunst noch nicht viel gesehen. Genauso wenig wissen sie, wie man mit ihr umgeht. Das will Marc gemeinsam mit fünf Kommilitonen beim Kunstvermittlungsfestival „Kunstherbst für Kids“ ändern. Zum vierten Mal wird das schon organisiert – und zwar von Studenten der FU.

Viele Kinder mit Migrationshintergrund

Adina Hasler, Anne Albrecht, Lena Rathmann, Louisa Seelis, Verena Blättermann und Marc Lippuner vom Institut für Kultur- und Medienmanagment haben 2012 das Festival „Kunstherbst für Kids“ auf die Beine gestellt. Als neuen Veranstaltungsort für die Workshops haben sie in diesem Jahr erstmals das DHM gewinnen können. Vor allem Kinder mit Migrationshintergrund sollen hier mehr über Kunst erfahren. Von der Erschaffung des Kunstwerkes bis zu seinem Verkauf – alles erklären und vermitteln die Master-Studenten auf spielerische Weise den rund 600 Fünft- und Sechsklässler, die sich für die Projekte angemeldet haben. Hilfestellung leisten dabei frei schaffenden Künstler und Galeristen.

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Zwei von ihnen sitzen an einem anderen Ort der Ausstellung mit einer kleinen Gruppe mitten zwischen den Bildern auf dem Boden. Um sie herum: Stoffe, Kleber und Bastelpapier. „Was meint ihr, was wäre dieser Stoff für ein Charakter?“ fragt Künstlerin Shila Khatami in die Runde und hält ein knallrotes Tuch mit weißem Blumenmuster hoch. Zu Beginn noch etwas zaghaft aber mit der Zeit immer mutiger steigen die Kinder darauf ein. „Das ist auf jeden Fall kein männlicher, starker Stoff. Der hat Blumen“, ruft ein Junge.

Den Studenten geht es um die Kinder

Wie bei allen sechs anderen Workshops ist auch bei diesem das Leitthema „Gesichter“. „Hierbei können wir sehr viel genreübergreifend arbeiten, alle anderen Themen erschienen uns nicht so flexibel“, erklärt Lena Rathmann. Neben den sechs eintägigen Workshops, zu denen auch der von Shila Khatami zählt, bieten die Studenten auch ein Projekt unter dem Titel „Tableaux Vivants“ an, das über vier Tage geht. Dabei malen die Kinder verschiedene Portraits ab, die im DHM hängen und arbeiten mit den vier Werken, die der Gruppe am besten gefallen, weiter. Unter Anleitung der Studenten recherchieren sie die Hintergründe der Bilder und basteln aus ihnen eine Geschichte in Form einer Fotostory zusammen.

Was nach viel Organisationsaufwand klingt, ist es auch. Die Studenten planten die Workshops im DHM und die Touren durch 20 Berliner Kunstinstitutionen komplett alleine. „Es ist großartig, wie selbstständig und engagiert die Studierenden gearbeitet haben“, findet die Projektleiterin Dagmar Böck vom Institut. Für die Studenten sind die Kinder der Hauptgrund, warum sie sich für das Projekt entschlossen haben. Trotz des enormen Aufwands würden es alle wieder machen. Marc sagt, er arbeite gern mit den jungen Amateuren zusammen. Zwar nicht auf Dauer, „aber so ab und zu ist das schon ganz spaßig.“

„Nicht anfassen“, ruft Marc Lippuner. Der Junge schreckt zusammen. Mit großen Augen schaut er zu ihm auf. „Entschuldigen Sie!“ murmelt das Kind, das neugierig den Arm ausgestreckt hatte, um das alte Portrait von Friedrich Schiller anzufassen. Für einen kleinen Moment haben seine Finger das Bild berührt. Marc lacht. „Sag mal hast du mich gerade etwa gesiezt? Kannst ruhig Du zu mir sagen.“ Der Kulturstudent weiß: Was sonst im Museum verboten ist, lässt sich heute kaum vermeiden.

Die meisten jungen Leute, mit denen er gerade durch das Deutschen Historischen Museum (DHM) streift, haben von Kunst noch nicht viel gesehen. Genauso wenig wissen sie, wie man mit ihr umgeht. Das will Marc gemeinsam mit fünf Kommilitonen beim Kunstvermittlungsfestival „Kunstherbst für Kids“ ändern. Zum vierten Mal wird das schon organisiert – und zwar von Studenten der FU.

Adina Hasler, Anne Albrecht, Lena Rathmann, Louisa Seelis, Verena Blättermann und Marc Lippuner vom Fachbereich Kultur- und Medienmanagment haben 2012 das Festival „Kunstherbst für Kids“ auf die Beine gestellt. Als neuen Veranstaltungsort für die Workshops haben sie in diesem Jahr erstmals das DHM gewinnen können. Vor allem Kinder mit Migrationshintergrund sollen hier mehr über Kunst erfahren. Von der Erschaffung des Kunstwerkes bis zu seinem Verkauf – alles erklären und vermitteln die Studenten auf spielerische Weise den rund 600 Kindern, die sich für die Projekte angemeldet haben. Hilfestellung leisten dabei frei schaffenden Künstler und Galeristen.

Zwei von ihnen sitzen an einem anderen Ort der Ausstellung mit einer kleinen Gruppe mitten zwischen den Bildern auf dem Boden. Um sie herum: Stoffe, Kleber und Bastelpapier. „Was meint ihr, was wäre dieser Stoff für ein Charakter?“ fragt Künstlerin Shila Khatami in die Runde und hält ein knallrotes Tuch mit weißem Blumenmuster hoch. Zu Beginn noch etwas zaghaft aber mit der Zeit immer mutiger steigen die Kinder darauf ein. „Das ist auf jeden Fall kein männlicher, starker Stoff. Der hat Blumen“, ruft ein Junge.

Wie bei allen sechs anderen Workshops ist auch bei diesem das Leitthema „Gesichter“. „Hierbei können wir sehr viel genreübergreifend arbeiten, alle anderen Themen erschienen uns nicht so flexibel“, erklärt Lena Rathmann. Neben den sechs eintägigen Workshops, zu denen auch der von Shila Khatami zählt, bieten die Studenten auch ein Projekt unter dem Titel „Tableaux Vivants“ an, das über vier Tage geht. Dabei malen die Kinder verschiedene Portraits ab, die im DHM hängen und arbeiten mit den vier Werken, die der Gruppe am besten gefallen, weiter. Unter Anleitung der Studenten recherchieren sie die Hintergründe der Bilder und basteln aus ihnen eine Geschichte in Form einer Fotostory zusammen.

Was nach viel Organisationsaufwand klingt, ist es auch. Die Studenten planten die Workshops im DHM und die Touren durch 20 Berliner Kunstinstitutionen komplett alleine. „Es ist großartig, wie selbstständig und engagiert die Studierenden gearbeitet haben“, findet die Projektleiterin Dagmar Böck vom Fachbereich. Für die Studenten sind die Kinder der Hauptgrund, warum sie sich für das Projekt entschlossen haben. Trotz des enormen Aufwands würden es alle wieder tun. Marc sagt, er arbeite gern mit den jungen Amateuren zusammen. Zwar nicht auf Dauer, „aber so ab und zu ist das schon ganz spaßig.“

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2008

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