Gruppenkuscheln deluxe

Kuscheln am Morgen vertreibt Kummer und Sorgen, oder nicht? Fabian Heider über Erotik, Musik und Aufwachen in der U-Bahnlinie 3 Richtung Krumme Lanke.

Illustration: Cora-Mae Gregorschewski

Zusammengehörigkeitsgefühl ist ein wesentlicher Bestandteil des Universitätsalltages. Egal welcher Fakultät der Freien Universität Berlin wir auch angehören, eines haben wir fast alle gemeinsam: Für die meisten von uns beginnt der Tag mit der U3 in Richtung Krumme Lanke. Hier kommen alle zusammen, hier trifft man sich unweigerlich. Genau hier findet auch das allmorgendliche Unterhaltungsprogramm, genannt „Anreise zur Universität“, statt. Stellenweise könnten es Theaterintendanten nicht besser umsetzen.

Plakate in den Bahnen der BVG weisen auf unvorhersehbare Bremsmanöver hin. Für uns „U3-ler“ ist ein solch manchmal desaströs endender Bremsakt nicht von weiterer Bedeutung. Was sollte uns auch widerfahren? Beim Gruppenkuscheln in der Bahn hat sowieso niemand die Möglichkeit irgendwo hinzufallen – dazu fehlt der Platz.

Es ist jedoch nicht nur die bald schon klaustrophobisch wirkende Enge im Abteil der Bahn, die stellenweise zur Unterhaltung beiträgt. Hin und wieder verirrt sich ein einzelner Straßenmusiker in unsere Abteile. Mit fragwürdigem Erfolg zelebriert dieser dann seine klassischen Violinenkünste und bohrt dabei gelegentlich einem Mitreisenden mit seinem Geigenbogen in Nase oder Ohren. Brillenträger stellen sich bitte direkt neben den Künstler. Ein Schutzhelm wäre ebenso angebracht.

Für all diejenigen von uns, die morgens eine längere Anlaufphase zum Aufwachen benötigen, ist der Streckenabschnitt ab Heidelberger Platz bis zur Universität nicht wirklich hilfreich. Wie soll man auch aufwachen können, so warm und weich eingebettet zwischen Kommilitonen?

Die Wand von frischer Luft, in die wir dann aber an unserer Endstation beim Verlassen der Bahn hineinlaufen weckt uns rabiat auf. In frostigen Minusgraden endet ein kuschelig-warmer Morgen. Nun hoch motiviert für den Tag stürzen wir uns also in den akademischen Alltag. Auf unsere mehrfachen Anträge bezüglich einer besseren Taktung der U3 hat die BVG nicht reagiert.

Die stehen wohl auch auf Gruppenkuscheln.

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2008

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1 Response

  1. florian weber sagt:

    was das denn fürn peinlicher quatsch, könnt ihr in zukunft wieder etwas seriöseres bringen? son pseudowitziger mumpitz. meine sitznachbarn kotzten alle samt ab

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