Debatte um die RSPO kommt nicht voran

Wieder bespricht die Kommision für Lehrangelegenheiten die Rahmenstudien- und Prüfungsordnung. Wieder sorgt die Regelung von Prüfungswiederholungen für Konflikt. Wieder schließt die Sitzung ohne Ergebnis. Von Mara Bierbach

Die RSPO lag auch in der Kommission für Lehrangelegenheiten wieder auf dem Tisch. Illu: Cora-Mae Gregorschewski

Ein bisschen fühlte man sich erinnert an ,,Und täglich grüßt das Murmeltier“. Zum wiederholten Mal tagte am 4. Dezember die Kommission für Lehrangelegenheiten (KfL), um eine Empfehlung zur Rahmenstudien- und Prüfungsordnung (RSPO) an den Akademischen Senat (AS) auszusprechen. Wie schon am 9. November war der Hauptkonfliktpunkt die Anzahl möglicher Prüfungswiederholungen. Wieder konnten sich die Mitglieder der Kommission auf keine Empfehlung an den Akademischen Senat einigen.

Seit der letzten Sitzung der KfL und der gescheiterten Sitzung des Akademischen Senats am 14. November war der Entwurf der RSPO nicht verändert worden. Dieser sieht zwei bis drei Wiederholungsversuche sowie ein Bonuspunktesystem vor. Damit Fachbereiche mit besonders hohen Durchfallquoten ihr Prüfungssystem anpassen können, soll die Beschränkung der Prüfungswiederholungen erst zwei Jahre nach Beschluss der RSPO in Kraft treten.

Verlässliche Daten fehlen

Die anwesenden Studenten kritisierten die Beschränkung scharf. Studenten würden unter enormen psychischen Druck gesetzt. Wer drei oder vier Mal durch eine Prüfung falle, könne in ganz Deutschland nicht mehr dem Studium seiner Wahl nachgehen. Eine Begrenzung der Prüfungswiederholungen verhindere Studienverzögerungen und begrenze den Arbeitsaufwand für Dozenten und Prüfungsämter, argumentierten dagegen die anwesenden professoralen KfL-Mitglieder und Dekane.

Zuverlässige empirische Daten dazu, wie hoch die Wahrscheinlichkeit von Zwangsexmatrikulationen durch eine Beschränkung der Prüfungsversuche ist, gibt es nicht. Viele Dozenten würden durchgefallene Prüfungen nicht in Campus-Management eintragen, so KfL-Vorsitzender Michael Bongardt. So hätten die durch die Plattform gesammelten Daten kaum Aussagekraft.

Wohlwollen gegenüber den Protesten“

Ein Teil der Sitzung wurde abseits von Sachfragen mit Diskussionen über das Prozedere beim Entwurf der RSPO verbracht. Studenten warfen den Dekanen und dem Präsidium „Hinterzimmerpolitik“ vor – die RSPO sei ohne studentische Beteiligung entworfen worden. Erst durch massive Proteste seien Präsidium und Dekanate in geringem Maße studentische Interessen entgegengekommen. Professoren wiederum warfen den Studenten mangelnde Kompromissbereitschaft vor.

„Die Dekane haben sehr viel Interesse und sogar Wohlwollen gegenüber den studentischen Protesten“, so Anne Fleig, Studiendekanin des Fachbereiches Philosophie und Geisteswissenschaft. „Die Studenten machen sich unnötig klein; sie haben eine Diskussion – auch außerhalb der Hinterzimmer – angestoßen.“ Indem sie die eigene Macht in der Diskussion um die RSPO leugneten, würden sich die Studenten selbst disqualifizieren. Christiane Müller, Leiterin des Studienbüros der Chemie und Biochemie, zeigte sich frustriert darüber, dass für die Vorschläge der Mitarbeiterschaft zur RSPO selten Zeit bliebe. Vor allem die Angestellten der Prüfungsämter würden sich eine feinere Ausformulierung vieler Abschnitte der RSPO wünschen.

Die Sitzung schloss ohne eine Abstimmung über mögliche Empfehlungen. In der nächsten AS-Sitzung am 12. Dezember wird die RSPO allerdings nur ein Besprechungspunkt sein. Sie kann somit dann noch nicht verabschiedet werden.

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2010

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