Feuer lässt sie kalt

Stell dir vor, es ist Feueralarm und keiner rennt raus. Absurd? Nicht an der FU, wie Charlotte Schmid feststellen konnte.

Illustration: Cora-Mae Gregorschewski

Neulich in der Mensa: Noch geht alles seinen gewohnten Gang – Studenten klatschen sich die labbrigen Nudeln auf die Teller, Mensamitarbeiterinnen legen ihnen die vertrocknete Schweinsroulade auf den gefährlich hohen Berg von Gemüse und Reis. Die Hungrigen streben in Richtung Tische, um endlich das verdiente Essen genießen zu können.

Doch plötzlich ertönt ein greller Alarm, ein schrilles Klingeln. Irritiert blicken alle von ihrem Teller auf. Eine der Mensamitarbeiterinnen rennt zu den Notausgängen und reißt diese auf.

Feueralarm ist, wie der Name schon sagt, eine Warnung vor Feuer. Besonders in der Mensa, wo mit riesigen Öfen und Gasherden gekocht wird, sollte dies einen doch dazu bringen, schnellstmöglich zum Ausgang zu gelangen. Wie schnell könnte doch ein kleiner Funken vom Herd auf den Uniformärmel einer Mensamitarbeiterin überspringen, die dann in Panik mit wild umherfuchtelnden Armen den staubtrockenen Alaska-Seelachs entzündet. Wie ein Lauffeuer breiten sich die Funken dann vom Fisch zum Reis über den Brokkoli bis hin zu den Nudeln aus. Jetzt ist es nicht mehr weit bis zu den Gasleitungen. Wer sich nun nicht schnell genug in Sicherheit bringt, ist verloren!

Auch wenn dieses Szenario wohl etwas übertrieben ist und die Sicherheitsvorkehrungen in der Mensa hoffentlich solche Kettenreaktionen verhindern, so ist es doch verwunderlich, dass in der letzten Woche der Feueralarm die meisten der Hungrigen völlig kalt gelassen hat. Statt sich zügig zum Ausgang zu begeben, übten sich die Studenten in der Kunst des Ignorierens und blieben einfach sitzen. Ist denn der Brokkoli-Käse-Bratling wirklich so wertvoll, dass er nicht den Flammen überlassen werden kann? Oder sind die Studenten der FU so hungrig, dass sie sogar das eigene Leben für den köstlichen Mensaschmaus riskieren würden?

Liebe Studenten, schon meine Großmutter hat immer gemahnt: Vorsicht ist die Mutter der Porzellankiste! Also lieber einmal zu oft hinausgerannt als hinterher verkohlt mit den Fischstäbchen entsorgt zu werden.

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2008

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