Entspannen entlang der Bassline

Mal harmonisch ruhig, mal dystopisch laut das sind Massive Attack. Jetzt haben die Jungs aus Bristol ihr Debütalbum nach 20 Jahren neu gemixt. Laura Kotzan hat für FURIOS reingehört.

Mit Blue Lines brachen Massive Attack 1991 die Genre-Grenzen des HipHop auf. Jetzt, mehr als 20 Jahre später, bringt die Band aus Bristol die „remastered“ Edition ihres einstigen Debütalbums raus.

Massive Attack hat einen unverwechselbaren Sound: TripHop, diesen Namen verliehen die Musikjournalisten damals ihrer innovativen Art, Musik zu machen. Eine Melange aus Soul, Punk bis hin zu Reagee mit Einflüssen aus Electro und HipHop. Auf diese Weise mischten die Gründungsmitglieder Robert Del Naja (3D), Grantley Marshall (Daddy G) und Andrew Vowles (Mushroom) nicht nur die Musikszene ihrer britischen Heimatstadt auf.

Kürzlich haben die Musiker die Originalbänder von Blue Lines neu abgemischt und „remastered“. Das Ergebnis ist eine Soundmischung aus basslastigen Beats, dunklem Sprechgesang und klassischen Live-Instrumenten. Stellenweise erklingt sogar ein Streicherensemble.

Schon die ersten Takte von „Safe from Harm“, dem ersten Albumtitel, sind erfüllt von einer beruhigenden Bassline und leichten Keyboard-Tönen. Gerne lässt man sich von ihnen tragen, nickt und wippt bald zum Beat.

Gelegentlich nimmt das Album Fahrt auf. Hierzu trägt unter anderen die wohl bekannteste Singel bei: „Unfinished Sympathy“ ist ein Feature mit Shara Nelson. Ihr Gesang über Liebe steht im Kontrast zu Trickys tiefer Stimme, mit der er seine Parts in „Blue Lines“ rappt. Diese Gegensätze bauen Spannung auf, als Ganzes betrachtet schafft Blue Lines jedoch eine ausgeglichene Mischung.

Die ungemütliche Kälte draußen ist kurz vergessen, denn in dieser Musik steckt genug Wärme, um Erinnerungen an entspannte Sommertage zu wecken. Von dem beachtlichen Alter der Platte und ihrem traurig klingelnden Titel sollte somit niemand zurückschrecken.

Dieser Meilenstein der Musikgeschichte passt wunderbar in die heutige Zeit. Der Sound dieses Klassikers überzeugt so auch nach zwei Jahrzehnten in der „remastered“ Fassung und schafft eine entspannte Atmosphäre.

Massive Attack – Blue Lines: 2012 Remix/Remaster
Label: Virgin Catalogue (EMI)

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2010

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