Flimmy und die brennenden Autos

Wieso morgens um sechs aus dem Bett quälen und durch halb Deutschland reisen, wenn man einen Freizeitpark vor der eigenen Haustür hat? Mareike-Vic Schreiber besuchte den Filmpark Babelsberg in Potsdam.


In Babelsberg gibt es zwar keine Achterbahnen, aber jede Menge Action. Am Eingang bestürmt mich ein übergroßer orangefarbener Flauschball, mit zwei Augen und roter Mütze auf dem Kopf. Er heißt Flimmy. Das Maskottchen des Filmparks spielt den stummen Alleinunterhalter des Filmparks – ein eher undankbarer Job. Eine Gruppe Kinder zieht immer wieder aufgeregt an seinem auffälligen Kostüm, um zu erfahren, ob sich darunter ein Mann oder eine Frau verbirgt. Flimmy tut mir fast ein bisschen Leid. „Hey Flimmy! Bist du bei Twitter?“, rufen die Quälgeister, für die sämtliche andere Attraktionen im Park scheinbar vollkommen uninteressant sind.

Beim Schlendern durch die Medienstadt, treffe ich auf zahlreiche bekannte Kindheitshelden. Der kleine Muck, der Sandmann oder auch die gestreifte Tigerente wecken Erinnerungen an eine unbeschwerte und sorgenfreie Zeit. Im Filmpark Babelsberg kann jeder Besucher sein, wovon er schon immer geträumt hat: Ein durch die Westernstadt reitender Cowboy, ein GZSZ-Stars beim Filmdreh oder eine Oma mit verblüffend echt aussehender Schnittwunde. In wenigen Minuten verwandeln professionelle Maskenbildner Besucher in echte Horrorgestalten. Während kleine Gäste im Actionkino mit bösen Geistern kämpfen, genießen die Älteren gemütliche Bootstouren auf dem Panamakanal.

Ein Vulkan und viele brennende Autos

Interaktive Shows bieten außerdem die Möglichkeit, Film und Fernsehen hautnah zu erleben. Neben einem Filmtierquiz mit Henne „Lady Gaga“ oder dem Making-Of von „Die drei Musketiere in 3D“ bildet die berühmte Stuntshow den Höhepunkt des Tages: Die Zuschauer sitzen in einem nachgebauten Vulkan während Stuntmänner über brennende Autos springen.

Vom Zugucken hungrig, gönne ich mir einen Crepes mit extra Schoko. Ein Busfahrer neben mir wartet ungeduldig auf seine Reisegruppe und überbrückt die Zeit mit einem Smalltalk mit der Verkäuferin. Mit meinem Crepes in der Hand gehe ich Richtung Ausgang. Vor den Toren des Filmparks steht immer noch Flimmy. Ich schenke ihm ein letztes Lächeln, als Motivation für den baldigen und wohl verdienten Feierabend.

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2008

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