Tuberkulose an der FU

Nach der Aufregung um einen kranken Studenten am Fachbereich Rechtswissenschaften liegen nun die ersten Ergebnisse des Gesundheitsamtes vor. Von Sophie Krause

Der Übeltäter: Die meisten Tuberkulose-Infektionen werden vom „Mycobacterium tuberculosis“ verursacht. Foto von Janice Carr (CDC/ Dr. Ray Butler; Janice Carr)

Der Übeltäter: Die meisten Tuberkulose-Infektionen werden vom „Mycobacterium tuberculosis“ verursacht. Foto von Janice Haney Carr (CDC/ Dr. Ray Butler; Janice Haney Carr)

Vorläufige Entwarnung für die Juristen: Am Fachbereich Rechtswissenschaften der FU konnten bislang keine weiteren Infektionen mit der gefährlichen Krankheit Tuberkulose (TBC) nachgewiesen werden. Das ergab die Untersuchung von rund 300 Studierenden und am Fachbereich beschäftigten Personen.

Im November war dem Gesundheitsamt Lichtenberg gemeldet worden, dass ein Student an Tuberkulose erkrankt war. Daraufhin wurden großflächige Untersuchungen am Fachbereich angeordnet. Man habe dem Gesundheitsamt zu diesem Zweck die Kontaktdaten aller Personen übermittelt, die mit dem erkrankten Studenten in Kontakt gestanden hatten, so die Verwaltungsleiterin des Fachbereichs Rechtswissenschaften Gisela Rossa-Dubray.

Studierende wurden erst spät informiert

Glück im Unglück für alle Beteiligten: Der erkrankte Student befindet sich laut Fachbereichsleitung auf dem Weg der Besserung, und dem Gesundheitsamt Lichtenberg liegen die Ergebnisse der vor zwei Wochen durchgeführten Tests vor. Der vorläufige Befund: keine weiteren Infektionen. In den kommenden Wochen, so Gisela Glaser-Patschke, Leiterin des landesweit zuständigen „Zentrums für tuberkulosekranke und -gefährdete Menschen“, würden allerdings noch weitere 100 Personen untersucht, die zu den anberaumten Terminen nicht erschienen waren oder deren Ergebnisse uneindeutig waren.

Von Seiten des Fachbereichs waren keine Auskünfte über die genauen Ergebnisse der Untersuchungen und weitere Hintergründe zu bekommen. Verwaltungsleiterin Rossa-Dubray verwies an das Gesundheitsamt Lichtenberg, das für die Angelegenheit zuständig sei. Der Umgang der Leitung des Fachbereichs mit der Angelegenheit hatte für Verärgerung unter den Studierenden gesorgt: Eine Studentin berichtete, der Fall sei auch unter Angehörigen des Fachbereichs erst durch Presseberichte Anfang Januar bekannt geworden. Erst, als daraufhin Beschwerden laut geworden seien, seien die Studenten erst am 16. Januar in einer E-Mail über die Geschehnisse benachrichtigt worden. Dem Rundschreiben war ein Informationsblatt vom Gesundheitsamt mit den wichtigsten Fragen zu Tuberkulose beigefügt.

Steigende Fallzahlen in Berlin

Bei einer offenen Tuberkulose erfolgt die Ausbreitung durch die sogenannte Tröpfcheninfektion: Die Erreger werden durch Husten, Niesen und Sprechen erkrankter Personen übertragen und über die Luft eingeatmet. Eine Impfung wird in Deutschland seit 1998 nicht mehr empfohlen, da die Wirksamkeit des Impfstoffes umstritten ist.

Die Untersuchungen an der FU wurden erst jetzt durchgeführt, weil sich erst nach acht Wochen zuverlässig diagnostizieren lässt, ob sich eine Person angesteckt hat. Hinzu kommt, dass das Immunsystem die Bakterien in rund 90 Prozent der Fälle erfolgreich bekämpft. Nur etwa fünf bis zehn Prozent der Infizierten erkranken tatsächlich an Tuberkulose und müssen behandelt werden. Das Risiko ist höher für Personen mit geschwächtem Immunsystem. Die Behandlung des Infekts erfolgt durch längerfristige Medikamenteneinnahme.

Die Zahl von Neuinfektionen pro Jahr in Deutschland ist relativ stabil, in einzelnen Bundesländern, darunter Berlin, steigen die Fallzahlen jedoch seit einigen Jahren wieder an. Nach Angaben des Robert Koch Instituts wurden im Jahr 2011 in Deutschland insgesamt 4317 Fälle von Tuberkulose registriert, 162 Patienten starben.

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2010

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