„Alt ist nicht unser Präsident“

Die umstrittene Wiederwahl Peter-André Alts und der Skandal um geheime Konten – auch in der zweiten Sitzung des 33. Studierendenparlaments hagelte es reichlich Kritik für das Präsidium. Von Hannah Zabel und Francis Laugstien

Als Reaktion auf die vergangene Präsidentenwahl hagelte es im Plenum Kritik. Foto: Archiv

Als Reaktion auf die vergangene Präsidentenwahl mit nur einem Kandidaten zur Auswahl hagelte es im Plenum Kritik. Foto: Ann-Christin Werner (Archiv)

Das Studierendenparlament (Stupa) hat am Freitag eine Resolution gegen die Wiederwahl des FU-Präsidenten Peter-André Alt verabschiedet. In dem von den Jusos und der Liste „Return of the Langzeitstudis“ eingebrachten Papier heißt es, Alt sei gegen den Willen der breiten Mehrheit der Studierenden im Amt bestätigt worden. „Peter-André Alt ist nicht unser Präsident“, verkündet die Resolution. Dabei richtet sich die Kritik auch gegen das gesamte System der FU – es sei neoliberal und profitorientiert.

In der Resolution wird außerdem die Aufklärung des in der vergangenen Woche bekannt gewordenen Finanzskandals gefordert. Es besteht der Vorwurf, die FU habe Gelder aus dem Verkauf von Gebäuden und nicht zurückgeforderten Verwaltungsgebühren veruntreut. Kanzler Peter Lange wird als Hauptverantwortlicher bezeichnet und zum Rücktritt von allen Ämtern an der FU aufgefordert.

Des Weiteren sprechen sich die Stupa-Abgeordneten in der Resolution gegen die Ernennung des Juraprofessors Klaus Hoffmann-Holland zum neuen Vizepräsidenten für Studium und Lehre aus. Dieser habe sich im Akademischen Senat (AS) und insbesondere in den Auseinandersetzungen um die Rahmenstudien- und -prüfungsordnung als „Hardliner“ profiliert. Hoffmann-Holland wurde sogar als „Bluthund des Präsidiums“ bezeichnet. Doch es gab auch Gegenstimmen, die darauf verwiesen, dass er unter den Studierenden am Institut für Rechtswissenschaften durchaus beliebt sei.

Asta-Wahl und Gedenken mit Gesang

Der Tagesordnung folgend wurde die Wahl des Asta-Vorsitzenden und der Asta-Referenten abgehandelt. Ohne Gegenkandidaten wurde Falko Grothe in Abwesenheit im Amt des Asta-Vorsitzenden bestätigt. Die Referenten des Astas wurden in Listen mit je drei Studierenden gewählt. Doch eine wirkliche Auswahl hatten die Parlamentarier auch hier nicht: Für jedes der Referate trat nur eine Liste an.

Angesichts des geschichtsträchtigen Datums der Sitzung beantragte die FSI Geschichte, zum Gedenken an den Sieg über den Nationalsozialismus im Stupa „Die Internationale“ von Emil Luckhardt zu singen. Dem Antrag wurde stattgegeben, woraufhin sich der Großteil der Parlamentarier von seinen Stühlen erhob und die drei Strophen anstimmte. Im Anschluss bemängelten Abgeordnete des RCDS und der FSI Jura, das Lied sei politisch vorbelastet und habe in einer parlamentarischen Sitzung nichts zu suchen. Ohne den Sieg über den Hitlerfaschismus hätte es die FU nicht gegeben, hielten andere Parlamentarier dagegen und verteidigten „Die Internationale“ als Gesangseinlage.

Autor*in

FURIOS Redaktion

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2 Responses

  1. not my campuszeitung sagt:

    es ist wie immer großartig, wie die furios die essenz aus einer stupasitzung filtriert!!!
    ich verneige mich NICHT!

  2. Relativist sagt:

    @Not my campuszeitung

    nunja, die Furios ist gewiss auch nicht mein Lieblingsblatt, aber in diesem Fall haben sie grundlegend ersteinmal die wichtigesten Punkte herausgefiltert (oder ist deiner Ansichtnach der Antrag zum Snackautomaten in der Bib sooo wichtig gewesen, dass er hier die Überschrifft hätte zieren müssen?).
    Und selbst in der Gewichtung finde ich es verständlich, zunächst die Reaktion des StuPas auf DAS Thema, dass in der „F“U gerade rauf und runter disskutiert wird darzustellen und im anschluss noch auf die wichtigen entscheidungen (AStA wahl) und kuriosen vorkommnisse (der Gesang im StuPa) einzugehen, die auch wichtige teile der Sitzung waren.
    Selbst der stiel ist diesmal erfreulich berichtend ohne dabei trocken zu wirken.

    Insofern: Ich finde hier ist ein Artikel wirklich recht gelungen. Die StuPa sitzung hat allerdings natürlich auch eine schöne möglichkeit gegeben, da sie von sich aus eine gewisse witzigkeit hatte, aber durchaus auch wichtige und ernsthafte themen sinnvoll behandelt hat.

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