Schweinetest statt Schweinepest

Wie operiert man ein Pferd? Warum suhlen sich Schweine im Dreck? Beim Tag der Offenen Tür standen Mitglieder des Fachbereichs Veterinärmedizin den Besuchern Rede und Antwort. Von Francis Laugstien

[slideshow_deploy id=’21430′]

Es war eher ein Familienfest, das da am Samstag auf dem Campus in Düppel stattfand. Viele große und kleine Besucher trotzten dem launischen Wetter und nahmen die Welt der Haustiere und Tierärzte genauer unter die Lupe. Neben zahlreichen Stationen, die über Krankheiten, Ernährung und Fortpflanzung der Tiere informierten, boten die Kliniken des Campus Führungen an, bei denen man einen Einblick in die Arbeit der Tiermediziner bekam.

Für gute Stimmung sorgte vor allem das interaktive Unterhaltungsangebot. Bei der „Tierischen Rallye“ mussten die Kinder an den verschiedenen Stationen spielerische Aufgaben lösen: Mit Blutzellen auf Krankheitserreger werfen, an einer Kuh aus Pappe eine Endoskopie durchführen oder verschiedene Ratespiele lösen. Am Ende wurde dann das „Tierische Diplom“ überreicht – eine erste Auszeichnung für angehende Wissenschaftler. Für die Erwachsenen gab es ebenfalls altersgerechte Unterhaltung: Beim „Schafsköttel-Roulette“ konnte man wetten, auf welches der 64 Felder eine auf das Spielfeld geführte Ziege als erstes etwas fallen lässt.

Vor der Schweineklinik bekam man zuerst einen Fragebogen in die Hand gedrückt. Beispiele: Wie viel wiegt die Sau? 250 Kilogramm lautete die richtige Antwort. Warum suhlen sich Schweine so gerne im Schlamm? Abkühlung. „Schweine können nämlich nicht Schwitzen“, erklärt ein Mitarbeiter.

Die Gebäude der Schweineklinik waren der Öffentlichkeit nicht zugänglich. Grund dafür ist die Afrikanische Schweinepest, die gerade in Osteuropa grassiert und von den Besuchern hätte eingeschleppt werden können.

Führung durch die Pferdeklinik

Vor der Pferdeklinik fand sich eine Besuchergruppe ein und lauschte den Worten von Heidrun Gehlen: Das Pferd Muni hat eine Blessur am Fuß – „Zum Glück geht es ihm aber schon besser“, beruhigt sie die Kinder. Nachdem die Besucher den Patienten kennenlernen durften, geleitet die Tierärztin sie durch die Räume der Klinik. Dort erinnert tatsächlich vieles an ein Krankenhaus. Die Geräte sind allerdings sehr viel größer. Röntgenmaschine und Krankenliegen haben XXXL-Format. Auch nimmt die Anästhesie in einer Pferdeklinik sehr viel mehr Platz ein als in einem normalen Krankenhaus – Tiere lassen sich schließlich nicht freiwillig operieren.

Nach der Behandlung warten die Pferde im Stall der Klinik auf ihre Genesung. Der Hengst Hans hat ein gebrochenes Bein. „Im Gegensatz zu früher ist das heute nicht mehr automatisch ein Todesurteil“, erklärt Gehlen. In vielen Fällen könne man den Pferden heute helfen, auch wenn sie dann sicherlich keine Sportpferde mehr werden könnten. Sogar ein gebrochenes Becken können die Ärzte behandeln: Secret Skip 2 hängt in einem Gurt und darf sich die nächsten Wochen nicht hinlegen. Die häufigsten Verletzungen beim Pferd seien aber keine Knochenbrüche, sondern Verletzungen an den Sehnen, erklärt Gehlen weiter.

Auch wenn der Regen seinen Tribut forderte, zeigten sich Besucher und Veranstalter insgesamt zufrieden. „Es war sehr schön. Beim letzten Mal war es aber noch besser.“ Da habe es mehr Angebote gegeben, erklärt Astrid, die mit ihrem Sohn Matteo jedes Jahr zum Tag der Offenen Tür kommt. Die Studenten und Studentinnen an den Ständen sahen das ähnlich. „Letztes Jahr war noch mehr los“, sagen viele. Ein Erfolg war die Veranstaltung trotzdem. Von so ein bisschen Regen lassen sich echte Tiermediziner nicht den Spaß verderben.

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2008

Ähnliche Artikel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.