FURIOS auf Reisen: Narben einer Stadt

Hundert Jahre nach dem Attentat, das den ersten Weltkrieg auslöste blickt die Welt wieder auf Sarajevo. Francis Laugstien fand in der bosnischen Hauptstadt jedoch mehr als nur Kriegserinnerungen

Oben angekommen, bietet die alte Zitadelle eine Aussicht über die Dächer Sarajevos. Foto: privat

Oben angekommen, bietet die alte Zitadelle eine Aussicht über die Dächer Sarajevos. Foto: privat

Am rechten Ufer der Miljacka, an der Auffahrt zur Lateinischen Brücke, ging vor hundert Jahren das Pulverfass Europa hoch. Am 28. Juni 1914 erschoss der serbische Nationalist Gavrilo Prinzip den österreichisch-ungarischen Kronprinzen Franz Ferdinand und löste damit die Kettenreaktion aus, welche zum Ersten Weltkrieg führte.

2014, ein Jahrhundert später, steht das Attentat von Sarajevo wieder im Fokus der Aufmerksamkeit. Zahlreiche Veranstaltungen, auch an der FU, erinnerten an die europäische „Urkatastrophe“ und viele Politiker hielten pathetische Reden. Erstaunlich nüchtern sehen es hingegen die Bewohner der Stadt. Als ich

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Anfang September nach Sarajevo komme erinnert nur eine einzige Gedenktafel an das Attentat. Die Menschen hier schleppen eine ganz andere Katastrophe mit sich herum: den Jugoslawienkrieg der 1990er Jahre.

Neben den Erzählungen der Erwachsenen zeugen vor allem die vielen Einschusslöcher von der Belagerung Sarajevos. In den Jahren 1992 bis 1995 nahmen die Serben die Stadt von den umliegenden Hügeln aus unter Beschuss und machten den Bewohnern das Leben zur Hölle. An vielen Stellen der Stadt finden sich noch Überreste dieser Belagerung. So können Touristen in der Nähe des Flughafens heute die Reste eines geheimen Tunnels besichtigen, der die Stadt mit der Außenwelt verband, während auf dem Bazar Skulpturen und Kugelschreiber aus Patronenhülsen verkauft werden.

Sarajevo ist mehr als ein Kriegsschauplatz

Trotz vieler Narben ist der Krieg nur ein Teil der Geschichte dieser Stadt. Als Ort, an dem Ost und West aufeinandertreffen bietet Sarajevo seinen Besuchern eine faszinierende kulturelle Vielfalt. Die Baščaršija, die osmanische Altstadt, wirkt mit ihren Moscheen, Bazaren und Shisha-Cafés wie eine kleine Schwester Istanbuls. Direkt daneben finden sich Straßenzüge aus der österreichisch-ungarischen Zeit, wie man sie aus Wien oder Salzburg kennt.

Obwohl Jugoslawien nie Teil des Ostblocks war, ist dessen Einfluss noch deutlich erkennbar. In der Neustadt stehen Plattenbauten, die an Ostberlin oder Moskau erinnern. Moderne Hochhäuser und Einkaufszentren geben dem Kulturmix Sarajevo den letzten Schliff. Muslimische, christliche und jüdische Bauten zeugen vom religiösen Leben aus sechs Jahrhunderten.

Das Nachtleben Sarajevos ist jedoch eine Frage der Einstellung. Wer aus Berlin kommt, sollte seine Ansprüche zu Hause lassen. Amüsieren kann man sich in der Baščaršija mit ihren vielen Bars und Clubs trotzdem. Nicht weit von der Altstadt befindet sich das „Kino Bosna“, ein umgebautes Filmtheater, das heute als Bar, Konzerthalle und Kino dient. Dieser Ort ist ein bisschen wie Bosnien selbst: Perfekt für jeden, der dem Mainstream entfliehen möchte.

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2008

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