Senat diskutiert umstrittene Personalie

Die FU will Berlins Ex-Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner für das Kuratorium benennen. Im Akademischen Senat versuchten die Studierenden das zu verhindern. Von Veronika Völlinger

Der Akademische Senat will den ehemaligen Wissenschaftssenator Zöllner zu einer Befragung einladen. Foto: Julian Daum

Der Akademische Senat will den ehemaligen Wissenschaftssenator Zöllner zu einer Befragung einladen. Foto: Julian Daum

Berlins früherer Wissenschaftssenator Jürgen Zöllner muss sich in der nächsten Sitzung des Akademischen Senats (AS) der Freien Universität den Fragen der AS-Mitglieder stellen, bevor sie ihn möglicherweise für das Kuratorium der FU benennen. Das ist das Ergebnis einer mehr als einstündigen geheimen Beratung während der jüngsten Sitzung des AS am Mittwoch, 15. Oktober. Bereits im Vorfeld der Sitzung hatte der Allgemeine Studierendenausschuss (Asta) der FU davor gewarnt, Zöllner zum Mitglied des Kuratoriums zu machen. Die Studierendenvertreter lehnen ihn ab, weil er mit seiner bisherigen Arbeit für eine Hierarchisierung und Wettbewerbsorientierung der Hochschullandschaft stehe.

Zöllner säße als eines von fünf externen Mitgliedern im Kuratorium. Das insgesamt zehnköpfige Gremium vertritt und unterstützt die universitären Interessen in der Öffentlichkeit. Die FU-Leitung könnte sich von

Zöllner eine prominente Stimme bei der Berliner Politik erhoffen. Der Asta spricht wiederum von einem „wissenschaftspolitischen Klüngel, der sich regelmäßig Führungspositionen zuschanzt.“

Asta-Referent Lasse Thiele zeigte sich dennoch froh über den Aufschub der Entscheidung. Er kritisierte jedoch, dass auch Zöllners Vorstellung vor den AS-Mitgliedern wohl nicht öffentlich stattfinden werde. „Niemand wird überprüfen können, ob er seine Versprechungen einhalten wird.“ Er vermutet, dass das FU-Präsidium Angst hat, den ehemaligen Senator als prominente Figur zu verprellen. Ob Zöllner schon zur nächsten AS-Sitzung im November eingeladen wird und wann über seine Benennung entschieden wird, ist noch nicht bekannt.

Dokumentation weiter in Kritik

Darüber hinaus diskutierte der AS über die Professorengehälter. Präsident Peter-André Alt mahnte ein sich „dramatisch verschiebendes Gewicht gen Süden“ der Gehälter an. Für die Berliner Unis werde es dadurch immer schwieriger, herausragende Professoren anzuziehen.

Auch die Auswirkungen des neuen Berliner Lehrkräftebildungsgesetzes auf die Ausbildung von Lehramtsstudenten an der FU waren Thema im AS. Vor allem die Umsetzung eines verpflichtenden Praxissemesters für die Studierenden werde „spannend“, sagte Klaus Hoffmann-Holland nach seiner ersten Sitzung als neuer Vizepräsident für Lehre und Forschung.

Einen studentischen Antrag zur besseren Dokumentation von Gremiensitzungen an der FU griffen die anderen AS-Mitglieder nicht auf. Die Studierendenvertreter hatten zu bedenken gegeben, dass die bisherigen zusammenfassenden Protokolle nicht ausreichend seien, wenn sich etwa neue AS-Mitglieder in ein Thema einarbeiten wollten. Da besonders bei den Studierenden eine hohe Fluktuation herrsche, müsse die Dokumentation der Sitzung verbessert werden.

Autor*in

FURIOS Redaktion

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