Linke Studis holen alle vier AS-Sitze

Für die Studierenden sitzen im Akademischen Senat künftig vier linke Vertreter. Bei den Professoren gewinnt die Liste von Uni-Präsident Alt, der auch insgesamt gestärkt wird. Von Alexandra Brzozowski

Die Mehrheiten im Akademischen Senat haben sich geändert. Illustration: Cora-Mae Gregorschewski

Die Mehrheiten im Akademischen Senat haben sich geändert. Illustration: Cora-Mae Gregorschewski

Alle vier studentischen Sitze im Akademischen Senat sind wieder von Kandidaten linker Listen besetzt. Das vorläufige Ergebnis der diesjährigen Wahlen zum Akademischen Senat (AS) gab der Zentrale Wahlvorstand am Donnerstag bekannt. Die Wahlbeteiligung unter den Studierenden sank weiter von 6,9 Prozent im Jahr 2013 auf 5,1 Prozent. Bei den Professoren gewann die Liste „Vereinte Mitte“, aus der auch Uni-Präsident Peter-André Alt stammt, drei Sitze hinzu.

Mit vier Sitzen in der Hand linker studentischer Gruppen, hat das sogenannte Veto-Bündnis sein Ziel erreicht. Möglich werden nun wieder eine einheitliche Linie der Studierenden im AS und ein studentisches Gruppenveto. Mit diesem Instrument können alle vier studentischen Vertreter gemeinsam einen AS-Beschluss einmalig aufschieben. Dies war vorher nicht möglich, weil der Vertreter der Asta-kritischen Liste „FSI Jura/ Café Tatort“ nicht mehr zu den Sitzungen erschienen war.

Die zum Veto-Bündnis gehörende Liste „Fachschaftsinitiativen/offene Liste“ wird erneut stärkste Kraft bei den Studierenden und schickt mit Markus Gleich und Markus Eggerdorf künftig sogar zwei Vertreter. Über die „Grüne Liste“ kann Melanie Geuter wiederholt in den AS einziehen. Die Liste „Uni for all! FSIn, SDS und Andere“ wird künftig von Carmen Glink Bujan vertreten. Ein Zeichen setzten die Wähler mit der Abstrafung der Liste „FSI Jura/Café Tatort“, die dieses Mal ohne Mandat blieb. Die FSI Jura war seit Monaten nicht mehr zu den AS-Sitzungen erschienen. Die Jusos konnten wiederholt kein Mandat erringen. Auch die neu antretenden parteinahen Hochschulgruppen RCDS und LGH konnten sich keinen Sitz sichern.

„Vereinte Mitte“ wächst

Auch bei der Professorenschaft gab es Stühlerücken. Die präsidiumsnahe „Vereinte Mitte“ wächst um drei Sitze und stellt nun neun der 13 professoralen AS-Vertreter. Die eher linke Liste „Demokratisch-Plural-Dienstagskreis“ erlangte erneut drei Sitze, die konservative „Liberale Aktion“ verlor einen Sitz und schickt künftig nur noch einen Vertreter. Die präsidiumskritische Liste „Transparenz und Exzellenz“ um Professor Raúl Rojas war nicht mehr erneut angetreten.Bei den Professoren blieb die Wahlbeteiligung mit 37,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahr konstant.

Bei den wissenschaftlichen Mitarbeitern muss die gewerkschaftsnahe Liste „Ver.di und Interessierte“ eine Niederlage einfahren. Sie konnte ihren Sitz nicht verteidigen. „Wissenschaft und Zukunft“ konnte dagegen einen Sitz dazugewinnen und stellt nun zwei Vertreter. Die gewerkschaftsnahe Liste „GEW-Mittelbau“ erzielte erneut zwei Sitze. Bei den sonstigen Mitarbeitern stellt die gewerkschaftsnahe Liste „Verdi und Interessierte“ wieder zwei Vertretet. „Die Unabhängigen“ verteidigten ihren Sitz. Die gewerkschaftsnahe Liste „GEW & Friends“ verlor ihren Sitz. Die Liste „Studium & Lehre“, deren Kandidaten 2013 noch unter dem Namen „Vereinte Mitte“ angetreten waren, gewann dagegen einen Sitz.

Eine Frage der Mehrheit

Die rechnerisch linke Mehrheit in dem Gremium besteht nicht mehr. Die eher präsidiumsnahen Listen (Vereinte Mitte, Liberale Aktion, Wissenschaft und Zukunft, die Unabhängigen, Studium und Lehre) kommen auf 14 der 25 Sitze. Die Studierenden und die gewerkschaftsnahen Listen kommen auf acht Sitze, rechnet man noch den professoralen Dienstagskreis dazu, der oft zwischen den Stühlen steht, sind es elf Sitze. Das Präsidium um Peter-André Alt geht also gestärkt aus den Wahlen hervor.

Der Akademische Senat (AS) ist das zentrale Gremium an der Freien Universität. Er fasst Beschlüsse zu vielen wichtigen Entscheidungen an der Universität, etwa dem Studienangebot, den Zulassungszahlen oder Fragen der Forschung. Der AS setzt sich aus 13 Professoren sowie je 4 Mitgliedern der anderen Statusgruppen (Studierende, wissenschaftliche und sonstige Mitarbeiter) zusammen

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2010

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