Ab in die Ferien – trotz Hausarbeit

Vorlesungsfreie Zeit klingt für viele nach Entspannung – wäre da nicht die Hausarbeit, die uns die freie Zeit raubt. Wie die Planung so gelingt, dass noch Zeit für Ferienspaß bleibt, verrät Ann-Kathrin Jeske.

Illustration: Cristina Estanislao Molina

Illustration: Cristina Estanislao Molina

Die letzte Klausur ist geschrieben. Die Erinnerung daran hat das zehnte Bier erfolgreich ausgelöscht. Die vorlesungsfreie Zeit hat begonnen und fast könnte so etwas wie Freude aufkommen. Zumindest, wenn sich die Wörter „frei“ und „vorlesungsfrei“ synonym verwenden ließen. Der Unterschied zwischen den Begriffen aber besteht aus zehn Buchstaben: der Hausarbeit.

Je mehr Tage vergehen, desto mehr mutiert sie zum Schreckgespenst der Semesterferien. Noch könnt ihr also aufatmen: Die Semesterferien haben gerade erst begonnen, ihr habt genug Zeit! Und wenn ihr die ausstehenden Arbeiten mit Planung angeht, könnt ihr Chaos und Verzweiflung noch vermeiden.

Ordnung ist das halbe Leben

Zentral bei der Planung ist Realismus: Ihr denkt, eine Hausarbeit in drei Wochen schreiben zu können? Veranschlagt vier. So ist plötzlich auch Zeit für die neueste Staffel eurer Lieblingsserie ohne schlechtes Gewissen drin.

Ein Termin mit dem Dozenten, bei dem ihr euer Thema und eine vorläufige Gliederung vorstellt, hilft Prokrastinationsanfälligen ungemein: Bei der Suche nach einer Fragestellung und Literatur arbeitet ihr bereits auf diesen einen festen Termin hin. Riskiert lieber ein bisschen Kritik am Anfang, als euch tagelang in einem Wust aus Literatur zu verheddern.

Die Suche nach Thema und Literatur

Beim Schreiben einer Hausarbeit sollt ihr zeigen, dass ihr euch mit einer Fragestellung eigenständig auseinandersetzen könnt: Endlich sollt ihr selbst denken! Trotzdem müsst ihr euch das Leben dabei nicht unnötig schwer machen. Knüpft dort an, wo das Seminar bei euch Fragen hinterlassen hat. Was hat euch besonders interessiert, welches Referat war spannend? Wenn ihr euch selbst für das Thema eurer Hausarbeit begeistern könnt, werdet ihr auch Spaß daran haben, sie zu schreiben.

Bei der Suche nach Literatur kann die Befragung der Suchmaschine eures Vertrauens den Einstieg in das Thema erleichtern. Auch ein erneuter Blick in die Seminarunterlagen kann ohne viel Aufwand einen guten Überblick liefern.

Etappensieg Gliederung

Ausgerüstet mit einem Häufchen Literatur – macht keinen Berg daraus, es ist eine Hausarbeit, keine Doktorarbeit – beginnt nur ein abwechselnder Prozess aus Lektüre und Notizen. Konzentriert euch auf die Formulierung einer sinnvollen Fragestellung: Eine Hausarbeit über das Wahlsystem Saudi-Arabiens ergibt wenig Sinn, wenn ihr nach Sichtung der Literatur wisst, dass es dort eine Erbmonarchie gibt.

Eine sinnvolle Frage erleichtert eine sinnvolle Gliederung: Überlegt, welche Teilfragen ihr in welcher Reihenfolge beantworten müsst, um eine übergreifende Antwort zu finden. Aus diesen Überlgegungen könnt ihr eure Kapitel und Unterkapitel ziehen.

Dichtet und denket!

Aus dem Gespräch mit eurem Dozenten nehmt ihr hoffentlich konstruktives Feedback mit. Nun beginnt die Phase vertieften Lesens und schließlich Schreibens. Vergesst beim Studieren der Sekundärliteratur nie eure Fragestellung und beim Aufschreiben der Schlussfolgerungen nicht euer Gehirn. Ihr sollt die saudische Erbmonarchie nicht beschreiben, sondern Stellung zu ihr beziehen. Beim Verfassen einer Hausarbeit geht es nicht um die Reproduktion auswendig gelernten Wissens, sondern um die eigenständige Auseinandersetzung mit einer Fragestellung.

Vertraut euren eigenen Gedanken und Ideen, seid kritisch und hinterfragt, was ihr lest: Solange ihr schlüssig argumentiert, könnt ihr viele Positionen vertreten. Diese Freiheit zu nutzen, macht oftmals Spaß! Die Hausarbeit ist dann schneller geschrieben, als ihr denkt.

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2008

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