Studie zu Linksextremismus: Asta empört

Laut einer Studie des Forschungsverbundes SED-Staat sind linksextreme Einstellungen in Deutschland weit verbreitet. Der Asta fordert die Schließung des Forschungsverbundes. Von Sophie Krause

Alternativ oder schon Mainstream? Linkes Gedankengut ist in Deutschland weit verbretet, so FU-Forscher. Foto: Karin Kutter

Alternativ oder schon Mainstream? Linkes Gedankengut ist in Deutschland weit verbretet, so FU-Forscher. Foto: Karin Kutter

Wie hoch ist die Akzeptanz linksextremer Einstellungen und wie demokratiegefährdend ist das Potenzial des Linksextremismus? Diese Frage untersuchten FU-Wissenschaftler des Forschungsverbundes SED Staat in einer mehrjährigen repräsentativen Umfrage. Ihr Ergebnis überraschte: Rund ein Sechstel der 1400 Befragten hat eine linksradikale oder linksextreme Grundhaltung.

Linksradikal ist nicht gleich Linksextrem

Nach der Definition der Forscher gelten Personen, die der Abschaffung des Kapitalismus zustimmen, als linksradikal. Linksextrem hingegen seien diejenigen, die den bestehenden Staat zerschlagen und die bürgerliche Gesellschaft zerstören wollen.

Diese Einordnung basiert auf einer eigens aufgestellten Linksextremismusskala. Sie besteht aus Dimensionen wie Antikapitalismus, Antifaschismus, Demokratiefeindlichkeit, kommunismusnahen Ideologien und politisch motivierte Gewalt.

Etwa ein Viertel der Westdeutschen und ein Drittel der Ostdeutschen befürwortet demnach die „Überwindung des Kapitalismus zur Abschaffung der Herrschaft einer kleinen Minderheit.“ Auch hielt die absolute Mehrheit der Befragten die Bundesrepublik Deutschland für keine echte Demokratie. Grund sei der zu große Einfluss der Wirtschaft. 42 Prozent der Westdeutschen und 54 Prozent der Ostdeutschen gaben an, mit der Demokratie in ihrem Land „unzufrieden“ zu sein.

Sieben Prozent für Gewalteinsatz

Insgesamt sieben Prozent der Befragten hielt den Einsatz von Gewalt gegen Personen zur Durchsetzung politischer Ziele für legitim. Etwa 14 Prozent der als linksextrem eingestuften Teilnehmer befürwortete sowohl Gewalt gegen Personen als auch gegen Sachen. Nur knapp die Hälfte der Befragten plädierte für die Beibehaltung des staatlichen Gewaltmonopols, was die Forscher als erstaunlich bewerteten.

Einzelne linksextreme Positionen fänden in der Bevölkerung beachtliche Zustimmung, stellten die Forscher fest. Linksextreme Einstellungen beschränkten sich nicht nur auf die „linke Szene“, sondern hätten Eingang in die Mehrheitsgesellschaft gefunden. Dennoch plädieren die Forscher dafür, die linke Szene differenziert zu betrachten und nicht wie die rechte Szene zu pauschalisieren. Links- und Rechtsextremismus dürften nicht gleichgesetzt werden. Die Differenzierung des linken Spektrums bestünde darin, dass die „radikale Linke“ Teil des demokratischen Systems sei, während die „extreme Linke“ die demokratischen Grundrechte abschaffen wolle. „Gemäßigte“ Linke hingegen plädieren für Reformen.

Prof. Klaus Schroeder, Mitautor der Studie, sieht jedoch angesichts der „verschwindend kleinen Zahl“ von als linksextrem eingestuften Gruppen keine Gefahr für die politische Stabilität Deutschlands. „Allerdings“, gibt er zu Bedenken, „sind politisch links und linksextrem motivierte Gewalttaten in den letzten fünfzehn Jahren deutlich angestiegen.“ Er und sein Forscherteam halten aber „Selbstermächtigung von Linksextremisten, gegenüber tatsächlichen oder vermeintlichen Rechtsextremisten und anderen Andersdenkenden, Gewalt anzuwenden“ für besorgniserregend. Das bedeute eine „bewusste Missachtung des Rechtsstaates.“

Asta fordert Schließung des Forschungsverbundes

Wie jede wissenschaftliche Studie ist auch diese streitbar: Der Forschungsverbund stand in der Vergangenheit regelmäßig wegen der Totalitarismustheorie und der Pauschalisierung der DDR als totalitärem Staat in der Kritik. Dies impliziere ihre Gleichsetzung mit dem Naziregime und führe zu einer Relativierung der NS-Verbrechen, meinen einige Historiker.

Der Asta der FU, der sich sonst stets für die Freiheit von Forschung und Lehre ausspricht, wies die Studie umgehend als „unwissenschaftlich“ zurück und erwägt, die Schließung des Forschungsverbunds zu beantragen. Dies geht aus einer Meldung auf

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der Homepage des Asta hervor. Die Studie liefere „die vermeintlich wissenschaftliche Grundlage dafür […], einen breiten Teil unserer Gesellschaft zu kriminalisieren“, kritisiert der Asta und beruft sich dabei auf die in einer FU-Pressemeldung zusammengefassten Studienergebnisse. Diese seien politisch motiviert und mit „äußerst fragwürdigen Methoden abgeleitet“, da „Gesellschaftskritik, Unzufriedenheit mit dem politischen System und ein undifferenzierter Begriff von Gewaltbereitschaft“ mit einem „konstruierten Linksextremismus“ vermengt würden.

Schroeder wies die Kritik des Asta als „vollkommen unwissenschaftlich und in der Sache geradezu absurd“ zurück. Der Asta argumentiere auf der Basis einer Presseerklärung und nicht auf der 650 Seiten umfassenden Studie. Auch der erhobene Vorwurf, die Studie würde sozial Benachteiligte kriminalisieren, ließe sich „mit keiner Stelle er Untersuchung belegen“. Der Asta offenbare mit seiner Presseerklärung ein „Demokratie- und Wissenschaftsverständnis, das konträr zu einer freiheitlich-demokratischen, pluralen Zivilgesellschaft und einem offenen Wissenschaftlichen Diskurs steht“, so Schroeder. „Wer die Auflösung von wissenschaftlichen Einrichtungen fordert, weil deren Ergebnisse nicht ins eigene Weltbild passen, hat offenbar nicht begriffen, warum die Freie Universität Berlin gegründet wurde und ihren Namen trägt.“

Anm. d. Red.: Im siebten und zehnten Absatz wurde nachträglich die Stellungnahme von Prof. Klaus Schroeder eingefügt.

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2008

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2 Responses

  1. Bambule sagt:

    Die Presseerklärung, die als Grundlage diente, war übrigens die 14-seitige Langfassung. Daraus geht die Methodik der Studie mitsamt ihrem absurden Zuordnungs- und Gruppierungsschema von simplen Ja-Nein-Antworten auf komplexe Fragen, bei dem immer eine der beiden Antwortmöglichkeiten als “linksextrem” definiert ist, schon relativ deutlich hervor.

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