Furios liest: Der Science-Fiction-Knüller

In „Agent der Sterne“ von John Scalzi treten Außerirdische über einen Hollywoodfilm mit der Menschheit in Kontakt. Warum der Roman trotzdem nicht verfilmt werden sollte, weiß Nina Rupprecht.

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Wenig Tiefgang, aber viel Kreativität – John Scalzis "Agent der Sterne". Bild: Heyn Verlag

Wenig Tiefgang, aber viel Kreativität – John Scalzis „Agent der Sterne“. Bild: Heyn Verlag

„Was gefällt Ihnen besser: Filme mit guten oder Filme mit bösen Aliens?“ Diese Frage soll der Hollywood Agent Thomas Stein seinem Chef beantworten, bevor dieser Stein offenbart, dass eine außerirdische Spezies Kontakt zur Menschheit aufnehmen möchte und dafür einen Kontaktmann benötigt. Ausgesucht haben sie sich dafür einen erfolgreichen Agent der Filmindustrie, dessen Broterwerb es ist, Schauspieler in Hollywood groß herauszubringen.

In John Scalzis erstem Roman „Agent der Sterne“sind Aliens eine friedliche, dem Menschen in Intelligenz und Moral überlegene Spezies. Sie haben einen schleimähnlichen, leicht formbaren Körper und kommunizieren mit komplexen, bedeutungstragenden Pheromonen. Dieser Geruch wird von den Menschen leider als äußerst unangenehm wahrgenommen. Daher möchten sie ihre Kontaktaufnahme zur Menschheit mit Steins Hilfe sorgfältig vorbereiten.

Hollywood als Bühne für Außerdirdische

Gleichzeitig erzählt Scalzi die Geschichte von Stein und seinen Schauspielklienten. Stein ist ein gerissener Verhandlungspartner, hat wenige moralische Hemmungen und kein Sozialleben. Das macht ihn in Hollywood überaus erfolgreich und am Anfang hat er keine Ahnung, wie er sich nun auch noch um Außerirdische kümmern soll.

Wie es von Hollywood zu erwarten ist, ist auch der nächste Nazifilm schon in Sicht. Dessen Hauptrolle möchte die aufstrebende, aber wenig intelligente Klientin von Stein übernehmen. Die Überleitung zum eigentlichen Problem des Buches, nämlich der Menschheit die Aliens bekanntzumachen, wird natürlich nicht verraten. Auf jeden Fall ist die Handlung dermaßen abgedreht, dass sie nur einem sehr kreativen Kopf entsprungen sein kann.

Typische Blockbusterelemente

Um das Buch nicht allzu flach erscheinen zu lassen, baut der Autor geschickt eine Dosis an Pseudotiefgang ein: Die jüdische Oma von Thomas Stein bekommt ein paar Seiten Aufmerksamkeit und sogar eine Liebesgeschichte kann noch untergebracht werden. Der literarisch anspruchsvolle Leser wird vermutlich nach 100 Seiten aufgeben, für Fans von Aliens oder der Welt der amerikanischen Filmindustrie ist der Roman dagegen sehr zu empfehlen.

Außerdem ist das Buch gut für Sammler geeignet: Die erste englische Auflage wurde nach einiger Zeit für mehrere hundert Dollar bei Ebay versteigert. Mit der zweiten Auflage 2010 erschien die erste deutsche Erstausgabe. Es sind zwar schon 5 Jahre vergangen, doch wer weiß, wann John Scalzi wieder als Künstler anerkannt wird. Dann könnte sich das Buch, das man momentan für knapp 10€ kaufen kann, in Zeiten der Unsicherheit als gute Anlage erweisen.

 

Anspruch: 1/5

Spannung/Kreativität : 3/5

Erotik: 1/5

Action: 1/5

Bester Satz: „Sie wurde nicht dafür bezahlt, das weiterzugeben, was ich ihr sagte, sondern das was ich sagen sollte.“

Agent der Sterne

John Scalzi

Heyne Verlag

8.95€

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2010

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