Maßstab muss sein

Sie entscheiden über unsere Zukunft und nur allzu oft treiben sie uns zur Verzweiflung: beliebt sind Noten wohl bei keinem Studenten. Lucian Bumeder findet dennoch: Wer Gerechtigkeit will, ist auf sie angewiesen.

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Einige Nachbarn dürfte es freuen: In den kommenden Wochen wird es ruhig im studentischen Teil der Berliner Bevölkerung. Die üblichen Beschäftigungen wie Trinken und Feiern weichen dem vergleichsweise stillen Rhythmus aus „Bib, eat, sleep, repeat“. Wer hat nach diesen durchlernten Nächten mit wundgeschriebenen Fingern nicht schon auf Noten geflucht? Doch so weh diese Erkenntnis auch tun mag: Ohne Noten geht es nicht!

Ob als Eisbrecher am Anfang einer Freundschaft oder um sich nach zwei Semestern nebeneinander im Seminar endlich einmal richtig kennenzulernen: das gemeinsame Lernen für Klausuren verbindet.

Für die Vielzahl der Studierenden in Deutschland schaffen Noten einen kleinsten gemeinsamen Nenner, auf dessen Basis sich Vergleiche ziehen lassen. Uni-Externe haben meistens weder die Fachexpertise noch die Zeit, einzelne Studienverläufe angemessen auszuwerten. Ihnen geben Prüfungsergebnisse eine Möglichkeit einzuschätzen, was jemand an der Uni gelernt hat.

Auch für einen selbst ist das von Vorteil: Mit Noten ist es möglich, Referenzen zu erwerben, die relativ unabhängig vom Wohlwollen eines Vorgesetzten sind. Auch das Feedback, in einem Themenbereich gut gewesen zu sein, ja manchmal sogar aus dem Massenbetrieb herauszustechen, erfüllt einen mit Stolz – ein nur allzu willkommenes Gefühl.

Noten sind sicher nicht alles, aber sie gehören genauso zum Leben eines Studierenden wie WG-Partys und Mensa-Essen. Und dieses Leben würde doch einiges an Würze verlieren, wenn es keine Herausforderungen und keine anschließende Erleichterung mehr gäbe.

 

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2010

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