Musik, die verbindet

Unter dem Titel “The Last Night of B.” spielte das Collegium Musicum am Wochenende zwei Abschiedskonzerte für seinen Geschäftsführer. Besonders der verbindende Charakter von Musik stand dabei im Fokus. Von Karolin Tockhorn

Bis zu den obersten Rängen waren die Plätze der Berliner Philharmonie belegt. Foto: Karolin Tockhorn

In der Berliner Philharmonie spielten am Wochenende alle fünf Ensembles des Collegium Musicum. Foto: Karolin Tockhorn

Ein heißer Samstagnachmittag in Berlin. Während sich einige schon auf das nächste EM-Spiel einstimmten, entschieden sich etwa zweitausend Gäste für einen Besuch in der Berliner Philharmonie. Dort spielten die fünf Ensembles des Collegium Musicum, in denen Studierende der FU und TU gemeinsam musizieren, ein Konzert zum musikalischen Abschluss des Semesters. Unter dem Titel „The Last Night of B.“ wurde zudem der langjährige Geschäftsführer des Collegium Musicum Bernhard Wyszinski verabschiedet.

Das Collegium Musicum hat sich die Tatsache, dass Musik verbindet, zum Leitsatz gemacht. Bei der Einrichtung handelt es sich um eine gemeinsame Initiative der FU und der TU, in der sich die etwa 450 Mitglieder in fünf verschiedenen Ensembles musikalisch austoben können. Zu diesen Ensembles gehören ein großer Chor, ein Kammerchor, ein großes und ein kleines Sinfonieorchester sowie eine Bigband.

Zwei Unis, fünf Ensembles, eine Idee

In der Luft schwang eine angenehme Lockerheit und es gelang den Musikern, das Konzert mit zahlreichen Höhepunkten auszuschmücken. Gespielt wurden unter anderem Stücke von Brahms, Mahler und Tschaikowsky. In der von Bernhard Wyszinski selbst kuratierten Auswahl fand sich eine angenehme Mischung aus schnelleren und ruhigeren Kompositionen. Besonders der Auftakt mit dem schnellen „Torrero Marsch“ aus der Oper „Carmen“ war sehr gelungen, da er auch diejenigen mitreißen konnte, die sich nicht mit Musik auskennen. Aber auch unbekanntere Stücke wie zum Beispiel Ellingtons „Freiheitssuite“, waren fesselnd gestaltet. Sie ertönte nämlich in einer Vielzahl von Sprachen, darunter Russisch und Chinesisch und spiegelte so die Vielfalt der beteiligten Studenten wider.

Die Leitung aller klassischen Ensembles liegt seit Herbst 2011 in den Händen von Donka Mitevka. Mitevka fand ihren Weg zu Musik bereits im Alter von fünf Jahren als sie begann Klavier zu spielen und Gesangsunterricht zu nehmen. Später studierte sie Chor- und Orchester-Leitung. Die Ensembles des Collegium Musicum zu dirigieren und mit einer solch bunten Vielzahl motivierter Studierender zu arbeiten, mache ihr großen Spaß. „Besonders bietet das gemeinsame Musizieren eine gute Möglichkeit zur Flucht aus dem stressigen Unialltag und eine tolle Gelegenheit in entspannter Atmosphäre neue Leute kennenzulernen. Neben dem wöchentlichen Proben können die Mitglieder mindestens einmal im Jahr an einer Konzertreise teilnehmen. „Letztes Jahr führte der Weg zum Beispiel nach Polen und im Jahr davor nach Prag“, verrät sie.

Auf der Bühne merkt man Donka ihre Passion für die Musik an. Sie scheint mit vollem Einsatz dabei zu sein und schafft es spielend, die vielen Musiker in den unterschiedlichen Ensembles zu koordinieren. Ihr Auftreten und auch das der Musizierenden wirkt professionell und kontrolliert, doch gleichzeitig entspannt und mühelos.

Mit einem Cello-Konzert von Rachmaninow, bei dem Bernhard Wyszinski selbst als Cellist auftrat, wollte er sich „nicht nur verbal verabschieden“. Allen Beteiligten war sowohl die Freude am Musizieren als auch die Dankbarkeit gegenüber dem Namensgeber des Musikfestes anzumerken. Zum Ende des Konzertes erstrahlten nach dem großen Tschaikowsky Finale in Leuchtbuchstaben die Worte „Danke Berni“. Der Konzertabend zeigte, dass Musik echte Wunder bewirken kann, die nicht nur den Musikexperten sondern auch den Laien verzaubern.

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2008

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