Wahrsagen war gestern

Von der Zukunft träumt jeder – an der FU verbringen Studierende sogar ihr ganzes Studium damit. Der Masterstudiengang »Zukunftsforschung« ist in Deutschland der erste seiner Art. Vier Fragen an die Zukunftspioniere. Von Kim Mensing.

Bern Stegmann, Studiengang-Koordinator, zuständig für die Weiterentwicklung des Studiengangs

Für wen ist dieser Studiengang geeignet?

»Es gibt nicht den Typus ‚Zukunftsforscher‘, vielmehr lebt der sozialwissenschaftliche Studiengang von seiner Diversität. Zu uns kommen Absolventen verschiedenster Fachbereiche, die in der Regel mindestens ein Jahr Berufserfahrung haben. Diese Mischung ist interessant und fordert gleichzeitig heraus. Wer Zukunftsforschung studiert, muss sich vielfältiger Methoden bedienen und offen für neue Denkweisen sein. Spezialisieren können sich Studierende in den vier Einsatzfeldern Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Technik. Für eine interdisziplinäre Erforschung und Gestaltung von Zukunft kann jeder Bachelor relevant sein.«

Sebastian Stagl, Absolvent, hat bereits eine Stelle in der Entwicklung von Zukunftstechnologien gefunden.

Was macht man mit einem Abschluss in Zukunftsforschung? Kannst du jetzt wahrsagen?

»Nein, in dem Studiengang geht es nicht darum, die Zukunft vorherzusagen. Wir fragen uns stattdessen: »Wie sehen Zukunftsentwicklungen aus, und wie können wir sie gestalten? «Zusätzlich zu zukunftswissenschaftlichen Methoden greifen viele auf das Wissen aus ihrem Grundstudium zurück. Ich zum Beispiel habe einen Bachelor-Abschluss in »Exportorientiertes Management«, einer Mischung aus VWL, BWL und internationalen Beziehungen. Im Beruf habe ich dann Interesse an soziologischen und technischen Themen entwickelt, auf die ich im Master Zukunftsforschung meinen Schwerpunkt setzen konnte. Jetzt arbeite ich bei einem Technologie-Institut und beurteile im Auftrag der Europäischen Kommission, in welche Richtung Forschung gefördert werden soll, um neue Technologien entwickeln zu können.«

Sascha Dannenberg, Wissenschaftlicher Mitarbeiter, ist nach seinem Masterstudium am Institut Futur geblieben.

Wie gestaltet sich die Lehre eigentlich, wenn Absolventen aus unterschiedlichsten Fachbereichen zusammenkommen?

»Sie unterscheidet sich auf jeden Fall von anderen Studiengängen, sie erfordert mehr Flexibilität. In meinen Lehrveranstaltungen in der Zukunftsforschung nehme ich als Dozent die Rolle eines Moderators ein und stoße Prozesse lediglich an. Die Studierenden lernen hier vor allem, wie sie aus verschiedenen Perspektiven zu Lösungen kommen. Schließlich geht ein Ingenieur Probleme anders an als ein Philosoph. Im ersten Semester gibt es dazu ein »interdisziplinäres Forum – eine Art Tutorium. Die Zukunftsforschung kann durch ihre Interdisziplinarität nur dann produktiv sein, wenn der Zugang zur Fragestellung so offen wie möglich gehalten wird.«

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2010

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