Zum Schutz der Diskussion

Journalismus muss die demokratische Diskussion in Gang halten. Deshalb muss er politischen Positionen immer kritisch begegnen. Gerade bei der AfD ist das besonders wichtig, weil sie die Diskussion selbst gefährdet, findet Julian Jestadt.

Journalismus hat den Sinn, die demokratische Diskussion zu reproduzieren und vor allem: sie in Gang zu halten, indem er ihre Positionen miteinander konfrontiert. Damit ist er ein wichtiger Teil der Demokratie und verliert andererseits seinen Sinn, wenn eine Diskussion unmöglich wird. Gerade der rechtspopulistischen AfD muss der Journalismus deshalb besonders kritisch begegnen.

Die AfD gefährdet die Diskussion nicht nur durch Rassismus, durch Hass und der pauschalen Bezichtigung des Lügens, sondern vor allem durch die Hervorhebung des Gefühls. „Das, was man fühlt, ist auch Realität.“ So bringt der Berliner AfD-Landesvorsitzende Georg Pazderski den AfD-Populismus auf den Punkt.

Wer aber das Gefühl in einer solchen Weise betont, der braucht keine rechtfertigenden Gründe mehr für seine Behauptungen. Das Gefühl, die unbestimmte Unzufriedenheit, die irrationale Angst dient als letzter Grund für alles, was einem nicht passt. Doch damit wird eine Diskussion unmöglich, weil das Gefühl unangreifbar ist.

Verliert die Demokratie aber die Diskussion als ihre Grundlage, verliert der Journalismus seinen Sinn. Ohne die demokratische Diskussion, gibt es nichts für den Journalismus zu reproduzieren, zu konfrontieren und in Gang zu halten. Deshalb muss er gerade bei der AfD durch kritisches Nachfragen die Gefährdung der Diskussion durch das überbetonte Gefühl entlarven – und auf diese Weise die demokratische Diskussion schützen, um sich selbst zu schützen.

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2010

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