Klappe, die Erste!

Filmwissenschaftler lernen, wie Filme gedreht werden? Falsch gedacht. Um ein wenig Kreativität in das theoretische Studium zu bringen, haben Masterstudentinnen die Freie Filmwerkstatt gegründet. Ein Ort, an dem sich Filmschaffende ausprobieren können. Von Camares Amonat

Einen eigenen Film drehen – das war Fabienne Butts großer Wunsch, als sie anfing an der Freien Universität Berlin zu studieren. Die angehende Filmwissenschaftlerin wollte sich neben dem Studium auch mit dem Filmemachen beschäftigen. „Ich habe dann aber schnell gemerkt, dass es keine Initiativen oder Angebote gibt, um kreativ tätig zu werden und Projekte zu starten. Deswegen habe ich das Ganze selbst in die Hand genommen.“Gemeinsam mit ihrer Kommilitonin Nausika Lenz gründete die Masterstudentin im Frühjahr 2016 die Freie Filmwerkstatt. Eine Gemeinschaft, in der Filmschaffende zusammenfinden können.

Dabei ist die Initiative vor allem eine Ergänzung zum Studium der Filmwissenschaft. “Das Studium ist nahezu komplett theoretisch. Filmwissenschaftler werden nicht dazu ausgebildet, Filme zu machen, sondern sich mit ihnen auseinanderzusetzen”, erklärt Fabienne. Dabei sollte das Wissen um die Entstehung eines Filmes ihrer Meinung nach ein fester Bestandteil der wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Filmen sein. “In der Filmwerkstatt vereinen wir beides: Den theoretischen und den praktischen Blick.”

Eine solche Initiative zu gründen brachte jedoch einige Hürden mit sich. Vor allem versuchten Fabienne und Nausika, möglichst viele angehende Filmschaffende zu erreichen. Dr. Christian Pischel, Professor der Filmwissenschaft, stand den zweien aber zur Seite und machte Werbung in seinen Seminaren. Nach ein paar Tagen hatte sich eine Gruppe von 25 Teilnehmern gefunden.

In der freien Filmwerkstatt sind die Rollen nicht fest verteilt. Keiner muss sich festlegen, ob er Kamera, Regie, Drehbuch, Schnitt, Ton oder Produktion machen möchte. Die Mitglieder haben alle sehr unterschiedliche Erfahrungen im Filmbereich. Einige haben schon oft am Set gearbeitet, andere dagegen noch nie. Dementsprechend ist auch die Ausstattung noch ein bisschen provisorisch. Oft müssen die Teilnehmer auf ihr privates Equipment zurückgreifen oder es aus Seminaren ausleihen. Bisher finanzieren sie sich abgesehen von einer kleinen Unterstützung durch den Asta selbst.

Ihren ersten Film drehte die Freie Filmwerkstatt innerhalb nur einer Woche. Das 18-minütige Werk feierte im Winter Premiere und ist seitdem auf Youtube zu sehen. Als nächstes Projekt ist vor allem eine mehrteilige Webserie im Gespräch.

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Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2010

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