Deckname Dahlem #2

Vernetzungsgefahr und führerloser Widerstand: Der V-Mann sorgt sich um Jodel.

Illustration: Manon Scharstein

Aus aktuellem Anlass …

Mal wieder hat sich der Akademische Senat als ausgesprochen effektiv erwiesen, wahrhaft extreme Vorhaben der linksradikalen Studierenden durch geschicktes Verzögern zu blockieren. Das „Studierendenparlament“ wollte tatsächlich die Fähigkeit an sich reißen, Emails an alle Studierenden versenden zu können – und zwar ohne Filter des Präsidiums! Selbstverständlich durfte diese Propagandamöglichkeit auf keinen Fall akzeptiert werden, gerade im Hinblick auf die aufziehenden Wahlen. Verlässlich, wie es ist, handelte das Präsidium entschlossen: Hinfort mit dem Antrag an das Ende der Tagesordnung (nach guten fünf Stunden hatten sich die Reihen dann auch gelichtet). Danach ein Feuerwerk an wasserdichten Argumenten, die das Anliegen regelrecht zerpflückten.

Kollege Löffler aus der Wirtschaftskunde tat sich hier besonders lobenswert hervor, insistierte er doch mit besonderem Engagement, dass Studierende eh gut genug vernetzt seien, warum denn noch Emails schreiben. Sein anschließender Verweis auf die obskure Hobby-Fanatiker-Plattform „Jodel“ ließ nicht nur die linksradikalen Studierendenvertreter mit offenem Mund zurück. Neben üblen, aber vernachlässigbaren Professoren-Schmähungen bietet dieses anonyme Gejodel nämlich ein gewaltiges Vernetzungspotential mit einer enormen Reichweite! Keine Frage, dieser Mann hat völlig Recht! Sollte an der FU jemals ein führerloser Widerstand entstehen, dann hier. Die App mag harmlos klingen – dahinter aber versteckt sich eine eindeutige Bedrohung. Zögern Sie nicht – verpassen Sie nicht die Zukunft!

Mit verfassungsschützenden Grüßen, bis nächste Woche,

Ihr V-Mann.

Hier geht es zum Bericht #1 des V-Manns.

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2010

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