Stupa-Wahl: 10 Stimmen von 3.000 | FURIOS Online – Campusmagazin an der FU Berlin

Stupa-Wahl: 10 Stimmen von 3.000

Gerade einmal 8,6 Prozent der FU-Studis haben bei den Stupa-Wahlen ihre Stimme abgegeben, also nicht einmal jede*r Zehnte. Eva Hofmann und Philipp Groeschel sprachen mit 10 Erstis, die trotzdem gewählt haben. Wie kamen sie dazu?

Foto: Eva Hofmann
Wie hast du von der Wahl erfahren?
  • Arthur: „Vereinzelt habe ich Wahlplakate gesehen. Ausschlaggebend war aber, dass ein Kommilitone von mir für eine Liste kandidiert hat. Dadurch habe ich erst so richtig mitbekommen, dass Stupa-Wahlen stattfinden.“
  • Ben: „Wir haben eine Whatsapp-Gruppe für unseren gesamten Jura-Jahrgang. Da haben die Kandidat*innen der FSI Jura und der Kritischen Juristen Werbung für ihre Listen gemacht.“
  • Ludwig: „Die Debatte in der Whatsapp-Gruppe war ziemlich heftig. Man konnte sich dem eigentlich gar nicht entziehen. Abgesehen davon habe ich aber auch nicht so viel vom Wahlkampf mitbekommen.“
  • Rebecca: „Wir sind gerade eben am Wahllokal vorbeigelaufen.“
  • Alice: „Ich habe vorher eine Mail über den E-Mail-Verteiler erhalten.“
  • Patricia: „Eine Vertreterin der FSI Grundschulpädagogik ist zu uns in die Vorlesung gekommen und hat fünf Minuten Werbung für ihre Liste gemacht, aber betont, dass es wichtig ist, überhaupt wählen zu gehen, egal für wen man stimmt.”
  • Selina: „Ich habe vom Anglistik-Institut eine E-Mail bekommen und in der Mensa wurden Zettel von der Unabhängigen Schwulen Liste ausgeteilt.”
  • Leon: „Die FSI Germanistik hat vorher eine E-Mail und Whatsapp-Nachrichten rumgeschickt und auf Instagram war auch ein Post über die Wahl.”
  • Carlotta: „Ich habe eine E-Mail über den FU Mail-Verteiler bekommen. Und dann ist noch eine Vertreterin der Grundschulpädagogik-Liste zu uns in die Vorlesung gekommen. Sie war sehr leidenschaftlich und hat mich motiviert, wählen zu gehen.”
  • Eric: „Ich habe eine E-Mail bekommen und auch viele Plakate gesehen.”
Mit welcher Motivation gehst du wählen?
  • Ben: „Wählen ist eine Selbstverständlichkeit und sollte bürgerliche Pflicht sein.“
  • Ludwig: „Die Leute müssen ja auch irgendwie legitimiert werden.“
  • Arthur: „Außerdem geht das Wählen hier auch schnell und ist kein großes Ding.“
  • Rebecca: „Wenn da ein Wahllokal ist, sollte man auch wählen gehen und sein Wahlrecht nutzen.“
  • Alice: „Ich habe mal die Wahlkampfkoordination an der HU übernommen. Von dort kenne ich das Problem mit der geringen Wahlbeteiligung. Ich hoffe, dass sich die irgendwann erhöht und so viele Studierende wie möglich wählen gehen.“
  • Patricia: „Ich denke, allein kann man an der Uni nicht groß etwas verändern, aber wir haben jeder eine Stimme und sollten sie auch nutzen.”
  • Selina: „Es gibt ja nicht überall die Möglichkeit zu wählen und deshalb sind wir ganz besonders in der Pflicht und müssen die Demokratie schützen. Außerdem haben besonders wir Frauen noch nicht lange das Recht zu wählen und müssen uns deshalb alle an der Demokratie beteiligen.”
  • Leon: „Die Nachrichten haben mich sehr dazu animiert und meine Stimme ist wichtig für die FSI. Außerdem haben die die Ersti-Fahrt organisiert. Deshalb will ich sie unterstützen.”
  • Carlotta: „Wählen ist doch immer gut, oder? Wir müssen unser Mitspracherecht auf jeden Fall nutzen.”
  • Eric: „Um die Wahlbeteiligung hochzutreiben. An anderen Unis ist die ja teilweise noch schlechter. Ich finde Demokratie an der Uni sehr wichtig und da haben wir eben nur die Möglichkeit das Stupa zu wählen.”
Welche Liste hast du gewählt und wieso?
  • Ben: „Die FSI Jura. Ihre Ziele klangen ziemlich vernünftig und nicht so populistisch, wie die Wahlversprechen der anderen Listen.“
  • Ludwig: „Ich fand die FSI Jura einfach unterstützenswert. Ich bin mir zwar nicht sicher, inwieweit sie ihre Ziele umsetzen können, aber ich wollte sie mit meiner Stimme auf jeden Fall unterstützen.“
  • Arthur: „Ich habe mich für die Kritischen Juristen entschieden. Die Kritischen setzen sich noch ein bisschen mehr für den Minderheitenschutz ein. Das hat mir ganz gut gefallen.“
  • Rebecca: „Die Liste Studis mit Kind(ern), auch wenn ich die erst auf dem Wahlzettel in der Wahlkabine entdeckt habe. Ich bin selbst Mutter und finde, die FU muss familienfreundlicher werden. Mich stört vor allem die Anwesenheitspflicht in Psychologie. Mütter dürfen nur 5% öfter abwesend sein, als andere Studierenden. Das ist mit einem Kind fast nicht zu schaffen.“
  • Alice: „Ich habe Climate Justice Now gewählt. Von denen habe ich in der Wahlzeitung gelesen. Vor kurzem habe ich im Naturkundemuseum einen ziemlich bewegenden Vortrag über Klima und Umwelt gehört. Ich finde an deutschen Unis muss noch mehr für den Umweltschutz und das Klima getan werden – deshalb diese Liste.“
  • Patricia: „Ich habe die FSI Bildungs- und Erziehungswissenschaften gewählt, weil ich das studiere und ihr Programm in der Wahlzeitung gelesen habe.”
  • Selina: „Die Liste 25 für Längere Öffnungszeiten Bibs und Mensa, weil ich die Öffnungszeiten in der Bibliothek nicht gut finde.”
  • Leon:FSI Germanistik, weil mir das Engagement der FSI sehr wichtig ist.”
  • Carlotta: „Ich habe la:iz gewählt. Ich war bei den kritischen Orientierungstagen dabei und habe dort einige von der Liste kennengelernt. Die waren echt nett und machen coole Sachen.”
  • Eric: „Die Grüne Hochschulgruppe, weil ich selbst Mitglied bei den Grünen bin und ihr Programm gut finde.”
Was erhoffst du dir vom neuen Stupa?
  • Ludwig: „Ich habe zu Abizeiten schonmal so etwas Ähnliches gemacht, damals hieß das „Schülerparlament“. Erfahrungsgemäß hat man da nicht so viel Einfluss, deshalb halten sich meine Erwartungen an das neue Stupa auch in Grenzen. Aber ich hoffe, dass sich die Gewählten trotzdem für ihre Sache einsetzen.“
  • Arthur: „Ich habe auch keine allzu großen Erwartungen an das neue Stupa, aber ich gehe trotzdem wählen – der Wahl und meines Wahlrechts wegen.“
  • Ben: „Und vielleicht können die Gewählten das Studierendenleben ja doch in kleinen Schritten verbessern.“
  • Rebecca: „Ich hoffe vor allem, dass sich mehr für die Mütter an der Uni eingesetzt wird und die Anwesenheitspflicht aufgeweicht wird.“
  • Alice: „Mehr Einsatz für den Umwelt- und Klimaschutz wäre gut: Vielleicht ein paar Studi-Initiativen oder Demos?“
  • Patricia: “Ich hoffe, dass sie sich für alle Studierenden einsetzen und uns gut repräsentieren.”
  • Selina: „Da ich nicht genau weiß, was die eigentlich machen, finde ich es wichtig, Feedback zu bekommen von dem, was erreicht wurde und dass man weiß, wo man sich darüber informieren kann.”
  • Leon: „Ich weiß eigentlich nicht so viel darüber, aber die Uni ist momentan ja auch ganz in Ordnung.”
  • Carlotta: „Ganz ehrlich? Keine Ahnung. Aber mehr studentische Beteiligung ist immer gut. Und die Möglichkeit, Dinge zu ändern, muss auch genutzt werden.”
  • Eric: „Es ist wichtig, dass sie die Inhalte umsetzen, für die sie stehen. Außerdem würde ich mir wünschen, dass sich der öffentliche Nahverkehr verbessert. Darüber könnte man ja mit der BVG verhandeln.”
Wie könnte man die Wahlbeteiligung an den Wahlen verbessern?
    • Ben: „Man müsste den Leuten das Gefühl geben, dass ihre Stimme etwas bringt. Das fehlt bis jetzt noch.“
    • Ludwig: „Mehr personenbezogene Wahlkämpfe. Und mehr Zeit für einen Wahlkampf im Voraus.“
    • Arthur: „Mehr Information. Man sollte den Kandidaten die Möglichkeit geben, sich vorzustellen, beispielsweise vor oder nach einer Vorlesung – dann hätte man einen direkten Bezug zu den Kandidaten.“
    • Rebecca: „Man sollte die Wahl mehr bewerben. Vielleicht könnten die Kandidaten in Vorlesungen oder Seminare gehen und sich vorstellen. Es wäre auch wichtig zu sagen, was man mit seiner Stimme erreichen kann.“
    • Alice: „Es tut ja nicht weh zu wählen und macht auch die studentischen Interessen deutlich. Wie die Interessen im Parlament aber genau vertreten werden, könnte noch klarer werden.“
    • Patricia: „Es sollte mehr Werbung in Vorlesungen geben und vielleicht einen informativen Imagefilm. Außerdem wäre es schön, wenn alle Listen sich in der Wahlzeitung vorstellten.”
    • Selina: „Es könnte generell eine Rundmail für alle geben, die zum Wählen aufruft. Außerdem wäre eine Infoveranstaltung ein positiver Schritt.”
    • Leon: „Mehr Poster und mehr Events, an denen man darüber erfährt.”
    • Carlotta: „Es müsste mehr Infos geben. Gerade in den Einführungswochen macht es ja Sinn, zu zeigen was das Stupa ist und wer da drin sitzt. Die Listen sind bis jetzt noch weitgehend unbekannt. Außerdem wäre ein richtiger Wahlkampf mit unkonventionellen Aktionen cool, macht mal eine Tortenschlacht oder was anderes Auffälliges.”
    • Eric: „Vielleicht gelänge das mit einer Kooperation aller Listen für eine Werbekampagne. Sie müssten zeigen, wofür die Wahlen stehen. Vertreter*innen der Listen könnten ja mal in Seminare gehen und erzählen, was sie wollen, was sie machen und wofür sie stehen.”

Das vorläufige Endergebnis der Wahl findet ihr hier. Die erste Stupa-Sitzung findet voraussichtlich am 14. Februar statt, mehr Informationen gibt es dazu zeitnah auf der Seite des Asta.

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