LIVEBLOG zum Nachlesen: Die Klimastreikwoche an der FU

Alles Wichtige über die laufende Besetzung des Hörsaals, die Protestaktionen und Veranstaltungen der Public Climate School an der FU. 

Der vierte Streiktag Abschließende VV

Donnerstag, 28.11., 17:55 Uhr Die Vollversammlung wurde geschlossen. Weil die Forderungen der Fokusgruppen größtenteils nicht diskutiert wurden, soll es eine neue Vollversammlung geben. Am Freitag wird es keine Climate School-Veranstaltungen an der Uni geben, dafür mobilisiert die Bewegung zur Demo um 10 Uhr am Tränenpalast in Mitte.

Hiermit beenden wir diesen Liveblog.

Donnerstag, 28.11., 15:58 Uhr Die Vollversammlung läuft seit etwa drei Stunden. Die mitunter zähe Debatte im Anschluss an die Abstimmung über die allgemeine Resolution war vor allem geprägt von Änderungswünschen zu einzelnen Formulierungen im Forderungskatalog der ersten Fokusgruppe „Politisches und wirtschaftliches System“. Laut Plan sollen noch die Forderungen der weiteren sechs Fokusgruppen zur Abstimmung gebracht werden. Gegenwärtig ist die Sitzung pausiert.

Donnerstag, 28.11., 13:55 Uhr Die Vollversammlung beschließt eine allgemeine Resolution „gegen die unzureichende Politik der Hochschulleitung, aber vor allem die der Bundesregierung.“ Damit lehnen sie das „Klimapäckchen“ der Großen Koalition ab. 

Die Versammlung solidarisiert sich mit den parallelen Besetzungen im Rahmen des Klimastreiks an den Universitäten in Siegen, Regensburg und Dresden. In Dresden wird die Besetzung der dortigen FFF-Gruppe zufolge gerade von der Polizei geräumt.

Etwa 300 Studierende nehmen an der Versammlung teil. Zu Beginn berichtete ein Vertreter der Fridays-For-Future-Gruppe von den vergangenen Streiktagen, an denen die Public Climate School 60 Veranstaltungen organisierte. In der Nacht zum Donnerstag hätten 120 Aktivist*innen im besetzten Hörsaal übernachtet.

Donnerstag, 28.11., 12:45 Uhr In diesen Minuten beginnt die abschließende Vollversammlung des Klimastreiks an der FU. In mehreren „Fokusgruppen“ hatten die Aktivist*innen in den vergangen Tagen Forderungen an die Universitätsleitung wie an die Bundesregierung formuliert.

Diese sollen im Plenum diskutiert und abgestimmt werden, um sie dann offiziell im Namen der FU-Studierendenschaft an die Verantwortlichen zu übergeben. Mit der heutigen Vollversammlung soll die Besetzung des Hörsaals enden, für den morgigen Freitag ist die Fridays-for-future-Demonstration vor dem Brandenburger Tor geplant.

Tag 3 des Klimastreiks – AfD-Politikerin kommt nicht an die FU

Mittwoch, 27.11., 15:13 Uhr Die geplante Climate-School-Veranstaltung, bei der die AfD-Politikerin Beatrix von Storch teilnehmen wollte, wurde abgesagt. Das teilte das Präsidium soeben im Lateinamerikainstitut mit. Ein Vertreter des Präsidiums erklärte, dass das Präsidium von Storch explizit nicht eingeladen habe. Auch eine anwesende Vertreterin der Students for Future stellte klar, dass sich die Einladung zur Public Climate School nicht an von Storch gerichtet habe.

Unterdessen haben sich vor dem Lateinamerika-Institut Dutzende Menschen versammelt, um gegen den Auftritt von Storchs zu protestieren. Eine weitere Erklärung des Präsidiums soll folgen.

Bereits am frühen Mittag hatten die FU-Students for Future getwittert, dass die Veranstaltung nicht mehr in ihrem Namen stattfinden wird:

Mittwoch, 27.11., 14:00 Uhr Nachdem die AfD-Abgeordnete Beatrix von Storch ihre Teilnahme am Seminar „Klimawandel und Gender“ am Nachmittag angekündigt hat, wird nun zur Blockade gegen ihren Auftritt mobilisiert. In der Rost- und Silberlaube wurden anonym Flyer und Plakate verteilt.

Der Asta hat die Strategie des Präsidiums, die Veranstaltung trotz der Teilnahme der Abgeordneten stattfinden zu lassen, in einer Pressemitteilung scharf verurteilt, Studierendenproteste dürften keine Bühne für rechte Propaganda bieten, heißt es darin.

Mittwoch, 27.11., 12:30 Uhr Klimaaktivist*innen demonstrierten am Mittwochnachmittag für klimafreundliches Mensaessen im Foyer der Mensa FU II. Unter dem Slogan “Klimawandel löffelweise” inszenierten die Demonstrierenden einen “Die-In”, bei dem sich die Teilnehmer*innen auf den Boden legen und tot stellen.

Protest für klimafreundliches Mensaessen. Foto: Julian Sadeghi
Vor der Mensa wird für klimafreundliches Mensaessen protestiert. Foto: Julian Sadeghi

Die Aktivist*innen fordern klimafreundliche Ernährung in allen Mensen. Die meisten Zuschauer*innen blieben passiv und folgten nicht der Aufforderung, sich zu den Demonstrierenden auf den Boden zu legen, applaudierten aber am Ende der Aktion.

AfD-Abgeordnete von Storch kündigt Teilnahme an Climate School an

Dienstag, 26.11., 23:00 Uhr Im täglichen Plenum am Dienstagabend diskutierten die Besetzer*innen über den richtigen Umgang mit Politiker*innen, die im Rahmen der Klimastreikwoche öffentlich in Erscheinung treten wollen. Die AfD-Bundestagsabgeordnete Beatrix von Storch hatte gestern auf Twitter angekündigt, an der Public Climate School der FU teilnehmen zu wollen. 

Die Politikerin plant offenbar, am Mittwochnachmittag eine Veranstaltung zum Thema „Klimawandel und Gender” zu besuchen. In der Folge habe das FU-Präsidium die Organisation und inhaltliche Durchführung der Veranstaltung übernommen und Sicherheitsmaßnahmen getroffen, sich aber bewusst gegen eine Absage entschieden, hieß es seitens der FFF-Gruppe.

Zweiter Tag der Streikwoche – Hörsaal 1A besetzt

Dienstag, 26.11., 16:00 Uhr Seit über 24 Stunden ist der Hörsaal 1A in der Rost- und Silberlaube besetzt. Im Bereich rund um den Saal sind mehrere Stände aufgebaut, darunter das „Streikcafé“, in dem sich Studierende über die Veranstaltungen im Rahmen der „Public Climate School“ informieren können. 

  • Der Hörsaal bleibt weiterhin besetzt. Foto: Julian Sadeghi
  • FFF FU Berlin veranstaltete eine Vollversammlung. Foto: Jette Wiese

Neben den Vorlesungen geben am Dienstag unter anderem die Juso-Hochschulgruppe sowie der Asta Workshops zu Themen wie Feminismus oder der studentischen Selbstverwaltung.

Am späten Vormittag veröffentlichte die Students for Future-Gruppe ein Papier, in dem sie sich gegen jede Form von Diskriminierung positioniert und die eigenen Ziele umreißt:

Für den Abend ist ein weiteres Plenum im Hörsaal mit anschließender Livemusik geplant.

Wie FURIOS berichtete, haben die Studierenden am Montagmittag in einer Vollversammlung die Besetzung des Raumes beschlossen. Etwa 30 von ihnen haben die Nacht im Hörsaal verbracht. Die Stimmung im Plenum am Montagabend sei konzentriert gewesen, erzählt einer der Aktivist*innen, später habe man bis etwa zwei Uhr gefeiert. 

Autor*innen

Jette Wiese

Erst dubios, dann Furios. Oder umgekehrt.

Julian Sadeghi

Gibt es was Schöneres als rhetorische Fragen?

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