„Wir sind immer auf der Seite der studentischen Beschäftigten“

Pandemie-Lockdown, Befristung, TV-Stud? Die Wahl zum Personalrat der rund 1800 studentischen Beschäftigten an der FU steht an. Im Interview erzählt ein Mitglied, was dieser macht und warum ihr Engagement wichtig ist.

Die aktuellen Mitglieder des studentischen Personalrats. Bis 3. Juni wird neu gewählt. Foto: privat.

Vanessa studiert Literatur und Politik, ist 29 Jahre alt und eine von 13 Mitgliedern des studentischen Personalrats an der FU. Dieser wird bis zum 3. Juni per Briefwahl gewählt – doch das Coronavirus erschwert die Kandidat*innensuche. Wer Mitglied werden will, kann sich noch bis 11. Mai nominieren lassen. 

FURIOS: Was ist der Personalrat der studentischen Beschäftigten?

Wir sind ein gewähltes Hochschulgremium, das an verschiedenen Arbeitsgruppen an der Uni teilnimmt. Ziel unserer Arbeit ist es, die Bewerbungs- und Arbeitsbedingungen für studentische Hilfskräfte an der FU möglichst chancengleich und angemessen zu gestalten. Wir prüfen Ausschreibungstexte und achten darauf, dass die Anforderungen darin nicht zu hoch sind. Oder dass Bewerber*innen nicht diskriminiert werden. 

Von Zeit zu Zeit nehmen wir auch an Bewerbungsgesprächen teil – als Ansprechpartner*innen und unbeteiligte Beobachter*innen. Studentische Beschäftigte können sich an uns wenden, wenn sie Nachfragen zum Tarifvertrag, Arbeitnehmer*innenstatus, Arbeitszeitgestaltung und vielem mehr haben. Wir sind immer auf der Seite der studentischen Beschäftigten.

Mit welchen Themen beschäftigt ihr euch?

Wir sind mit allen anderen Hochschulpersonalräten vernetzt, um gemeinsame Angelegenheiten zu koordinieren. Wir sind in der Arbeitsgruppe gegen Sexualisierte Belästigung, Diskriminierung und Gewalt, die von der Frauenbeauftragten der FU ins Leben gerufen wurde, vertreten. Außerdem beobachten wir bildungs- und hochschulpolitischen Themen wie etwa der Umsetzung von TV-L-Stellen und der Novellierung des Berliner Hochschulgesetzes. Mit den Gewerkschaften arbeiten wir auch punktuell zusammen. 

Aktuell sitzen auch zwei Mitglieder im Corona-Krisenstab der FU und versuchen, Unterstützungsmöglichkeiten für studentische Beschäftigte zu erreichen. Die dezentrale Situation macht uns die Kontaktarbeit aber leider nicht einfacher. Deswegen sind wir auf Social Media sehr präsent und haben in den letzten Tagen einige Fragen formuliert, die wir der Unileitung gestellt haben: Was ist mit Kosten, die durch das Homeoffice entstehen? Was ist mit den Studierenden, deren Arbeit weggefallen ist?

Warum engagierst du dich im Personalrat?

Als ich einen Job an der FU antrat, war der studentische Personalrat interessant, weil er sich alleine auf die Belange der studentischen Beschäftigten konzentrierte. Hier waren zwar schon viele Dinge besser, als ich es in vorherigen Jobs erlebt hatte: ein Tarifvertrag, ein festes Gehalt, höherer Urlaubsanspruch, flexiblere Krankmeldungen. Trotzdem gibt es immer Bedarf nach Ansprechpartner*innen, die die eigenen Belange verstehen und weiterhelfen können. 

Ich bin jetzt in meiner ersten Legislaturperiode. Als ich angefangen habe, mich zu engagieren, hatte ich keine Vorkenntnisse. Es gibt Schulungen und andere Mitglieder, von denen ich lernen konnte, so werden alle neuen Mitglieder bei uns eingearbeitet. Raum für Fehler gibt es natürlich auch: Niemand ist perfekt – und das wollen wir auch nicht sein!

Bis 3. Juni wird der neue Personalrat gewählt. Wie läuft das genau ab?

Die Wahl läuft dieses Jahr per Briefwahl ab, da die Coronakrise kein anderes Vorgehen zulässt. Wir hoffen, dass sich trotzdem viele für die Wahl interessieren und ihre Stimme abgeben. Das Berliner Personalvertretungsgesetz regelt, dass der Personalrat bei momentan 1800 studentischen Beschäftigten aus 13 Mitgliedern bestehen muss. 13 ist unsere Glückszahl!

Weil es sich um eine Briefwahl handelt, gibt es keine festen Wahltage, nur einen Stichtag. Am 3. Juni um 18 Uhr müssen alle Wahlzettel bei uns eingegangen sein.

Und wie kann man kandidieren?

Alle studentischen Hilfskräfte an der FU können sich zur Wahl aufstellen lassen: Dazu schreibt uns eine Mail an prstudb@fu-berlin.de, falls ihr mehr Infos braucht, und folgt uns auf Facebook und Instagram für Updates über unsere Aktivitäten. Wenn ihr euch per Mail mit eurem Kandidaturvorschlag an uns wendet, erhaltet ihr eine Mail mit einem simplen einseitigen Formular, das ihr fristgerecht zum 4. Mai bei uns digital einreichen müsst.

Autor*in

Jette Wiese

Lieber lange Wörter als Langeweile.

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