3 Studis, 3 Fragen

Die meisten Studierenden, deren innerer Kompass in Richtung Selbstfindung zeigt, wehren sich energisch gegen Klischees. In Schubladen lässt sich keine*r gerne stecken! Deshalb versucht Sophie Meub im Interview mit drei Studis herauszufinden, wie man sich ihre  Studiengänge vorstellen kann.

Ganz verschiedene Richtungen: Die Studiengänge an der FU könnten unterschiedlicher nicht sein. Foto: Laura Thülen.

Steckt hinter jeder selbstgedrehten Zigarette mit schwarzem Kaffee ein*e Germanistik-Student*in? Und hängen alle FjällrRäven-Rucksäcke an Kunsthistoriker*innen? Wer sich beim Peoplewatching in der Mensa auch schon einmal gefragt hat, was denn jetzt wirklich die Prototypen der verschiedenen Studiengänge ausmacht, ist hier genau richtig. Die meisten Klischees sind schließlich nur so lustig, weil sie eben doch einen wahren Kern haben. Um den zu finden, nimmt sich FURIOS drei weitere Studiengänge vor: Filmwissenschaft, Grundschullehramt und Betriebswirtschaftslehre (BWL). Charlie, Pauline und Tobi studieren nicht nur in unterschiedlichen Semestern, sondern haben auch bei der Wahl ihrer Fächer sehr verschiedene Richtungen gewählt.

Drei Fragen sollen zeigen, was für Leute sich hinter diesen Fächern verbergen und was die Stolpersteine ihres Studiums sind.

Wie lässt sich dein Studiengang in drei Worten beschreiben?

Charlie (Filmwissenschaft): „Philosophie-like”? Oder philosophisch? Sehr „tiefgehend” und „überraschend”. Und wir schauen auf jeden Fall sehr viele Filme.

Pauline (Grundschullehramt): „Spannend. Abwechslungsreich. Anspruchsvoll.”

Tobi (BWL): Auf jeden Fall „vielseitig”. Und ich würde sagen „anstrengend”, aber auch sehr „lustig”. Liegt aber wahrscheinlich eher an den Kommiliton*innen und Dozierenden als am Fach.

Welches Klischee erfüllen viele Studierende aus deinem Studiengang?

Charlie (Filmwissenschaft): Das ist anders als zum Beispiel in meinem Nebenfach Theaterwissenschaft. Da sind sehr viele Kunst-Typen, die teilweise richtig nice gefärbte Haare haben und sich richtig geil kleiden. In Filmwissenschaft ist das ein bisschen anders. Deswegen finde ich das Künstler-Klischee gar nicht so passend. Vielleicht eher ein bisschen das Nerd-Klischee? Weil viele richtig gerne und akribisch Filme gucken. Das sind die Nerds, die gerne drin sitzen vor dem Computer und sich gerne in Sachen reinfummeln.

Pauline (Grundschullehramt): Dass alle irgendwie so gern Textmarker mögen. Man denkt halt an diese Grundschulmausis. Man hat viele Stifte, man ist kreativ, man schmückt gerne aus und das ist wirklich so! Also man hat Spaß daran.

Tobi (BWL): Also an BWL hängt natürlich ein riesiger Rattenschwanz an Klischees. Die meisten davon stimmen nicht so wirklich, wie ich finde. Klar haben einige reiche Eltern und hin und wieder trägt auch jemand ein Hemd in der Uni, aber die meisten sind total normal. Es gibt aber, glaube ich, ein paar mehr Krypto-Fans als in anderen Studiengängen, was ja auch ein ganz schönes Klischee ist. Zumindest wissen die meisten ein bisschen darüber Bescheid. Für viele ist das aber alles nicht so serious.

Welches ist das verhassteste Modul in deinem Studiengang und worum geht es in diesem Modul?

Charlie (Filmwissenschaft): Als Zweitsemester kann ich da glaube ich noch gar nicht so viel sagen. Aber tatsächlich gibt es einen Kurs, der vom Style her nicht so cool ist, nämlich Filmtheorie. Nicht die Methodenübung, sondern das Seminar, in dem man sehr, sehr viele Lesekarten schreiben muss. Zu jedem Text mindestens eine halbe Seite schreiben, jede Woche wieder, statt dass wir für uns selbst in unserem eigenen Tempo lernen können. Das ist einfach sehr viel Aufwand, obwohl das vielleicht gar nicht jede*r braucht.

Pauline (Grundschullehramt): Ich tippe auf Mathe, bei allen, die das gewählt haben, schließlich ist das kein Muss bei Grundschullehramt. Ich habe das gewählt und merke immer wieder: Wir sind keine Mathe-Profis.

Tobi (BWL): Bei uns ist das ziemlich vielfältig. Da findet garantiert jede*r was, das er*sie nicht mag. Die Mathe-Module sind auf jeden Fall richtig unbeliebt, aber viele haben auch keinen Spaß am Programmieren. Ist auch nicht so einfach, da muss man sich schon für motivieren können.

Wir stellen also fest: Egal ob man zum hundertsten Mal Star Wars schaut, gern an Textmarkern schnüffelt oder im BWL-Hörsaal den Krypto-Crash beweint, die Mathematik ist und bleibt die Geißel so einiger Studiengänge. Wie schön, dass wir da zumindest auf einen Nenner kommen.

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