Durch die Einsparungen bei den Berliner Hochschulen fehlen der Freien Universität Berlin alleine im Jahr 2025 rund 31 Millionen Euro. Diese werden nun unter anderem durch die Streichung von Professuren und Studienplätzen kompensiert. Von Emma Dörmann

Aufgrund der Einsparungen des Berliner Senats kommen auch auf das Otto-Suhr-Instituts für Politikwissenschaften Kürzungen zu. Der zuständige Institutsrat hat dazu am 19. November 2025 einstimmig einen Vorschlag des OSI-Professoriums angenommen, wie bei der Infoveranstaltung der FSI*OSI am 21.11. im GalileA zu den Kürzungen am OSI erklärt wurde.
Der Vorschlag des OSI-Professoriums spricht sich für den Erhalt der Professur für Politische Theorie aus. Dies passiert auf Kosten der Professur für Nachhaltigkeit, die bis 2038 aus dem Strukturplan des Otto-Suhr-Instituts verschwinden soll. Die aktuelle Stelle für Politische Theorie ist bis 2033 besetzt und soll bis 2038 als Übergangsprofessur mit verringerten Arbeitsstunden existieren, bevor sie mit dem Ausscheiden der Professur für Nachhaltigkeit endgültig neu besetzt wird.
Studierendenvertretung positiv gestimmt
Ada Memmler, die studentische Vertretung im Institutsrat reagiert positiv auf diese Entscheidung: „Ich begrüße sehr, dass die Politische Theorie für die Student*innen am OSI erhalten bleibt, da sie eine essenzielle Grundlage für die Politikwissenschaft und die kritische Tradition am OSI bildet“.
Erhalten bleiben soll auch die Professur für Friedens- und Konfliktforschung, die ab 2033 neu ausgeschrieben wird. Dabei soll der Fokus auf dem regionalen Schwerpunkt Maghreb/Mashreq/Golf liegen, um die fehlende Professur dort abzufedern, die 2035 zu Gunsten der Professur „Politik und Gesellschaft in Afrika“ wegfällt.
Die Kürzungen führen also zu dem Verlust zweier Professuren am OSI, trotz dessen hätte es das Institut allerdings schlimmer treffen können, so Memmler. Mit der vorgezogenen Nachfolge der Professur für Politische Theorie etwa sei das Präsidium dem Institut entgegengekommen, sagt die Studierendenvertreterin. Damit sollen die Änderungen im Strukturplan etwas abgefedert werden.
Aufgrund der dezentralen Organisationsstruktur der Hochschule werden die Vorschläge für die Kürzungen grundsätzlich erst einmal im Fachbereich intern besprochen. Die endgültige Entscheidung über die Kürzungen liegt beim Präsidium der Freien Universität, dem FU-Präsident Günter Ziegler vorsteht.
