GÜNTER M. ZIEGLER ALS UNIVERSITÄTSPRÄSIDENT WIEDERGEWÄHLT

Diese Woche, am 28. Januar 2026, wurde Prof. Dr. Günter M. Ziegler für eine dritte Amtszeit zum Präsidenten der Freien Universität wiedergewählt. Jana Werner und Kai Meijsing-Pioletti waren vor Ort und berichten von der Wahl. Außerdem erklären sie, wie so eine Wahl abläuft und was die Aufgaben des/der Präsident*in sind.

Prof. Dr. Ziegler bei der Begrüßung am 28.01.2026 © Bernd Wannenmacher

Am Mittwoch, den 28. Januar 2026, um 14 Uhr traf der erweiterte Akademische Senat (eAS) im Max-Kade-Auditorium für die Wahl des Präsidenten zusammen.

In seiner Begrüßung erklärte Prof. Dr. Ziegler zunächst, dass die FU sich weiter als „prägende Universität in Berlin” etabliere und besser dastünde als zu Beginn seiner zweiten Amtszeit vor vier Jahren. Dennoch sei gute Arbeit zu „schwierigen Zeiten schwierig”, sagte der amtierende Präsident. Nach dieser Einleitung stellte sich Ziegler den Fragen der Mitglieder des eAS.

Die Diskussionsrunde war von den Kürzungen geprägt, die die FU laut Ziegler zwar herausforderten, aber „verarbeitet” werden würden. Konkrete Lösungsansätze nannte er nicht. In den kommenden Jahren sollen zehn Prozent der Professuren an der FU gestrichen werden. Besonders schwer getroffene Zentralinstitute und Fachbereiche sollten dies nicht als Strafe verstehen, erklärte Ziegler. Betriebsbedingte Kündigungen schloss Ziegler weiterhin aus. Den Vorwurf einer Studentin im eAS, Perspektiven von Studierenden seien nicht genug in den Entscheidungen zu dem Thema berücksichtigt worden, wies der Universitätspräsident zurück. Das Präsidium habe gut kommuniziert, studentische Partizipation an den Entscheidungen sei schwierig. 

Auf eine Frage derselben Studentin zum Umgang des Präsidiums mit dem Protest von Studierenden gegen die genozidale Gewalt in Gaza, der durch einen Polizeieinsatz im Auftrag des Präsidiums beendet worden war, räumte Ziegler Fehler ein. Er hätte am Tag vor Ort sein müssen, und auch die Kommunikation sei an dem Tag fehlgeschlagen, erklärte er weiter. Ziegler betonte auch die Wichtigkeit der Zusammenarbeit mit Universitäten in Israel für die FU.

Ziegler sprach sich gegen Diskriminierung an der Universität aus. Bezüglich der Sicherheit marginalisierter Gruppen auf dem Campus verwies er auf die Verantwortung des Berliner Senats. Konkrete universitätsinterne Lösungsvorschläge nannte er dabei nicht, die Geschlechterparität im Präsidium habe sich aber als sinnvoll erwiesen und solle fortgeführt werden.

Weitere Themen der Diskussionsrunde waren die Arbeitsverhältnisse von wissenschaftlichen Mitarbeitenden, der Umgang mit Künstlicher Intelligenz und die Zukunft der internationalen Arbeit der Freien Universität.

Prof. Dr. Günter M. Ziegler gewann die Wahl bei einer Wahlbeteiligung von 96,7 Prozent mit 39 von 59 Stimmen. 20 Mitglieder des eAS stimmten gegen seine Wiederwahl, es gab keine Enthaltungen. Nach seiner Wahl bedankte sich der wiedergewählte Präsident beim eAS für das ihm entgegengebrachte Vertrauen und betonte, dass er sich auf die Aufgabe freue. Er erklärte aber auch: „Ich habe die kritischen Stimmen gehört.” 2022 hatte Prof. Dr. Ziegler 46 der 61 Stimmen des eAS bei einer Wahlbeteiligung von 100 Prozent erhalten. Damals war er gegen Prof. Dr. Beatrix Busse angetreten. 

Grundsätzlich ist der/die Präsident*in der FU ein Teil der Hochschulleitung, welche zusätzlich noch aus der/dem ersten Vizepräsident*in als Stellvertretung, drei weiteren Vizepräsident*innen und dem/der Kanzler*in besteht. 

Die zentralen Aufgaben des/der Präsident*in sind neben der öffentlichen Vertretung der Uni, unter anderem auch Haushaltsentwürfe, die Leitung des Präsidiums und Vollzüge von Beschlüssen des Akademischen Senats, der zum Beispiel über die Einrichtung und Aufhebung von Studiengängen entscheidet. 

Gewählt wird der/die Präsident*in alle vier Jahre durch eine absolute Mehrheit der Stimmen des eAS. Dieser wiederum setzt sich aus Hochschullehrer*innen, akademischen Mitarbeitenden, Studierenden und Mitarbeitenden für Technik, Service und Verwaltung zusammen, welche alle zwei Jahre durch eine personalisierte Verhältniswahl gewählt werden. 

Vor der Wahl werden Kandidat*innen für das Amt vom erweiterten Akademischen Senat vorgeschlagen und aufgestellt. In der Aufstellung für die diesjährige Wahl wurden im letzten Dezember neben dem amtierenden Präsidenten Ziegler auch Prof. Dr. Angel Ittel, die derzeitige Präsidentin der TU Braunschweig durch mindestens ein Drittel der stimmberechtigten Mitglieder zur Wahl nominiert. Da Prof. Dr. Ittel ihre Kandidatur Anfang Januar aber zurückzog, war der Mathematikprofessor Dr.Ziegler der einzige Kandidat für die Wahl. 

Mit der Bekanntgabe des Wahlergebnisses durch den Zentralen Wahlvorstand werden in den kommenden Wochen auch die Vizepräsident*innen und der/die Kanzler*in gewählt. Der Amtsantritt des neuen Präsidiums folgt dann am 6. Juli 2026 nach der Bestellung des Präsidenten durch den Berliner Senat.

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