Ferienuni statt Urlaubsreise

In den Semesterferien in ein anderes Land fahren, um zu studieren und dafür auch noch Geld bezahlen – für viele wohl kaum vorstellbar. Trotzdem kommen Hunderte deswegen jährlich an die FU. Von Alice Herzog

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Die meisten ihrer Kommilitonen zog es in den Semesterferien in die Sonne, nach Barcelona oder Italien. Diane wollte lieber etwas Nützliches machen. Also suchte die 20-jährige Sozialwissenschaft- und Politikstudentin aus Paris nach Möglichkeiten, sich während ihrer Ferien weiterzubilden. Sie wurde schnell fündig: die Internationale Sommer- und Winteruniversität an der FU (FUBiS).

Auf dem GeoCampus Lankwitz bietet die FUBiS Kursprogramme zwischen drei und sechs Wochen in drei verschiedenen Terms pro Jahr. Die FU liegt damit voll im Trend: Das Konzept der Summer Schools stammt eigentlich aus den USA, laut Programmkoordinatorin Sophia Krause explodiere der Markt mittlerweile aber auch in Europa. Es sowohl Fachkurse vornehmlich auf Englisch, als auch Deutschkurse angeboten. Die fünf- bis sechshundert Teilnehmer aus 40 verschiedenen Ländern können sich ihr individuelles Programm zusammenstellen.

Deutschland zum Reinschnuppern

Diane entschied sich, ausschließlich einen Sprachkurs zu besuchen. Zwar hätten angebotene Fachkurse wie „Law, Society and Politics“ oder „European Studies“ gut in ihren Studiengang gepasst, doch Diane wollte unbedingt ihr Deutsch verbessern. Nach etwa zwei Wochen Unterricht in einer kleinen Gruppe stellt die Französin erhebliche Verbesserungen fest. „Der Unterricht ist hier ganz anders, es ist lebhafter, weil wir mitmachen“, findet Diane „Das werde ich in Frankreich vermissen.“

Während ihres Aufenthalts wohnt Diane bei einer deutschen Gastfamilie. Um die Unterbringung kümmern sich auf Wunsch auch die FUBiS-Mitarbeiter. Außerdem wird den Studierenden aus aller Welt ein Rahmenprogramm mit Tagesausflügen und Wochenendexkursionen angeboten. Die Teilnehmer sollen einen Einblick in die deutsche Geschichte und Kultur erhalten. Berlin als Standort bietet da besonders vielfältige Möglichkeiten. Die Stadt wird durch themenbezogene Exkursionen direkt in die Kurse eingebunden. „Dadurch entsteht ein Einmaligkeits-Gefühl, das die Studierenden zu Hause nicht haben können“, so Krause.

Qualität hat ihren Preis

Natürlich ist diese Rundumbetreuung nicht gerade günstig: Je nach Kurszusammenstellung und Unterbringung belaufen sich die Kosten auf mindestens 1100 Euro. Auch wenn die erworbenen ECTS-Punkte an der Heimatuniversität angerechnet lamisil code werden, bleibt es für den Durchschnittsstudenten wohl ein zu teures Vergnügen.

Auch Diane gibt zu bedenken, dass die Kosten ihre Freunde abgeschreckt hätten. Sie selbst habe jedoch letzten Sommer gearbeitet und werde außerdem von ihren Eltern unterstützt um den FUBiS-Aufenthalt zu finanzieren. Es sei schließlich eine lohnende Investition. Ob Diane im Sommer wiederkommen wird? Nein, da hat sie schon andere Pläne. Aber vielleicht nächstes Jahr.

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2008

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