Wo Kreative zuhause sind

Das Kollektiv “Vinylwohnzimmer” aus DJ’s, Kreativen und FU-Studierenden lädt regelmäßig zum Feiern in Wohnzimmeratmosphäre ein. Philipp Gröschel hat einen Abend miterlebt.

Das DJ-Duo bei der Arbeit, links ist Mitgründer Dominik zu sehen. Foto: „Das Vinylwohnzimmer“

In dem langgezogenen, dunklen Raum, hängen vereinzelt gedimmte Glühbirnen von der Decke. Der Bass der House-Musik lässt die Füße und den Körper im Rhythmus mitwippen. Hinter dem Tresen steht ein DJ und ist sichtbar konzentriert auf sein Deck, auf dem sich zwei Schallplatten drehen.

In der Schöneberger Bar „Barkett“ spielt an diesem Abend das Kollektiv „Das Vinylwohnzimmer“, eine Gruppe von Freund*innen, die sich Orte zum Kreativ-Sein sucht und dort für einen entspannten Abend sorgt. Einige studieren, andere sind berufstätig, was alle gemeinsam haben ist die Leidenschaft für Kunst und Musik. Anfangs fanden Events ein Mal im Monat statt. Mittlerweile wird fast jede Woche eine Bar durch ruhige Beats und aufgelockerte Stimmung zum Vinylwohnzimmer. „Am Anfang kam nur der erweiterte Freundeskreis, aber irgendwann auch viel unbekanntes Publikum. Mittlerweile haben wir immer wieder Leute, die wir schon vom Sehen kennen“, sagt Adina, die sich neben ihrem Studium an der FU bei dem Kollektiv engagiert. Unter den sieben Künstler*innenn, DJanes und Organisator*innen ist sie für den künstlerischen Part der Gruppe zuständig.

Kunst im Einklang mit Musik

Die Leidenschaft der 21-jährigen Kunststudentin für das Kollektiv ist spürbar. Dazu gekommen ist sie durch den Freundeskreis der beiden Gründer. Musik habe zwar den Anfang des Kollektivs gebildet, doch wird sie nun von Adina mit Dekorationen aller Art ergänzt. Lichterketten, Holzaccessoires, Bilder – alles wird genutzt, um den Ort möglichst lebhaft zu gestalten. Denn um die Wohnzimmeratmosphäre zu schaffen, genügt nicht nur die Musik. Die erste Gelegenheit dazu bot sich auf einem Acker außerhalb Berlins, wo das Kollektiv ein Mini-Festival organisierte und dazu ein Deko-Team benötigte.

Die FU-Studentin könne sich nichts Besseres vorstellen, als mit Freund*innen an etwas zu arbeiten, an dem alle ihren Spaß hätten. Dass sie damit kein Geld verdient, störe sie nicht. „Keiner von uns ist darauf angewiesen, ob es läuft oder nicht. Wir machen das halt, weil wir Bock darauf haben.“

Vibesharing auf Teppichböden

Ein Kollektiv, sagt Adina, sei für sie der Zusammenschluss von Leuten mit dem Ziel, eine bestimmte Sache, die man gemeinsam hat, auszuleben. „Ob künstlerisch oder musikalisch: Jeder soll sich weiterentwickeln und verwirklichen.“ Auch Leo, Gründer und Organisator des Kollektivs und Dominik, Mitgründer und DJ, sind begeistert von der Entwicklung der Gruppe vom DJ-Duo zum kulturfanatischen Freundeskreis. Das Gemeinschaftsgefühl im Kollektiv beschreibe er als „Vibesharing“, sagt Leo. Aber das sei schon ganz schön englisch. „Wir stecken in den vorhandenen Raum unsere Atmosphäre rein, denn einfach nur Musik abzuspielen wäre langweilig.“ Die Botschaft, die sie vermitteln wollten, lautet: offen, kreativ sein und dadurch inspirieren. All das ist an diesem Abend spürbar. Freunde unterhalten sich, es wird gelacht, der Beat lässt das Herz schneller schlagen – eben alles, was ein gutes Wohnzimmer belebt.

„Das Vinylwohnzimmer“ und die nächsten Events des Kollektivs sind auf der Facebookseite zu finden.

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