Kummerkasten ohne Kummer

Seit Kurzem gibt es in der Bibliothek der Wirtschaftswissenschaftler einen Kummerkasten. Tanja Kunesch ging dort auf die Suche nach dem vermeintlichen Kummer und traf vor allem sehr nette Mitarbeiter.

Die Rückmeldungen der Studierenden werden immer beantwortet. Foto: Wirtschaftswissenschaftliche Bibliothek

Die Rückmeldungen der Studierenden werden immer beantwortet. Foto: Wirtschaftswissenschaftliche Bibliothek

Als erste und bisher einzige Bibliothek der FU hat sich die Bibliothek der Wirtschaftswissenschaften um einen sogenannten Meinungskasten bemüht. Direkt am Eingang des Bücherreiches kann ihn jeder Passant mit seinen Anmerkungen füttern. Da mag sich bei manchen wohl die Frage aufdrängen, ob an einem Wirtschaftsstudium so leicht zu verzweifeln ist, dass die Fachbibliothek sogleich mit einem Kummerkasten zum Frust ablassen reagiert? Mit welchen Anmerkungen wird dieser Kasten beglückt?

Mit einem freundlichen und einem traurigen Smiley lädt besagter Kasten jeden Besucher dazu ein, den Ballast auf seinen Schultern loszuwerden oder auch positives Feedback abzugeben. Daneben sind anonym die von den Studierenden eingegangenen Rückmeldungen ausgehängt. Längere Öffnungszeiten in der Klausurenzeit werden da gefordert oder es wird darum gebeten, die Lüftung besser zu überwachen. Auch einige Vorschläge und Kritik an der Gestaltung des Leseraumes finden sich auf der Pinnwand. Jeder einzelne Punkt erhält sogar eine Antwort der Bibliothek. Sieht also zunächst alles nach einem Kummerkasten aus, wie er im Buche steht.

Auffallend ist jedoch der häufig vorkommende positive Smiley. Die Wirtschaftswissenschaftler scheinen sich hier pudelwohl zu fühlen und merken vor allem ein sehr nettes Personal an, das zu einer guten Arbeitsatmosphäre beiträgt. Eine freundliche und motivierende Atmosphäre in der Bib? Das klingt ja beinahe zu gut, um wahr zu sein.

Engagement für die Studierenden

Die Mitarbeiter wollen den Studierenden jegliche Unterstützung bieten und freuen sich natürlich über so viel positives Feedback. „Das ist auch eine Würdigung unserer Arbeit”, sagt Kerstin Conrad, Leiterin der Benutzerabteilung. Ständig sei man darum bemüht, eine bessere Lernsituation zu schaffen und die Gründe für Kritik zu beseitigen. Seit der Einrichtung des Meinungskastens am 12. Mai diesen Jahres trudeln wöchentlich zwei bis drei Rückmeldungen ein. Auf jeden Zettel werde einzeln eingegangen, meist von der Leiterin der Bibliothek persönlich. So einige Anliegen, die auch schon in vorkummerkastlichen Zeiten den Weg zu ihr gefunden haben, seien bereits umgesetzt worden – zum Beispiel der Lesesaal.

Hier in der Wirtschaftsecke scheint tatsächlich jemand ein Ohr für die Anliegen der Studenten zu haben. Äußerlich kann die unscheinbare WiWis-Bibliothek nicht ganz mit manch anderen Fachbibliotheken mithalten. Aber wieder einmal bewahrheitet sich hier der schon viel zu oft gehörte Satz, dass das Äußere eben nicht alles ist.

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2008

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