Ein Ödland voller Leben

Die Fallout-Reihe lässt Spieler ein atomares Ödland erkunden. Geliebt werden die Spiele vor allem für die unzähligen erzählten Geschichten. Fallout 4 konnte nun bereits Verkaufsrekorde brechen. Von Enno Eidens

Die Ödnis nach dem Fallout. Foto: Screenshot

Spätestens seit Fallout 3 ist die Spielreihe im Mainstream angekommen. Millionen Spieler weltweit bereisen das atomar verseuchte Ödland und schreiben dabei abseits der Story ihre ganz eigenen Geschichten. Wie man dabei spielen möchte, ist völlig frei. Starker Nahkämpfer, geschickte Schützin oder charismatischer Computerexperte – alles ist möglich. Ohne genügend Munition sollte man jedoch nie das eigene Lager verlassen. Überall lauern Gefahren. Verstrahlte Fauna, fiese Raider und Supermutanten warten nur auf Opfer. Die Kämpfe laufen dabei dank eines Zeitlupen-Features schon fast comichaft ab. Körperteile können einzeln anvisiert und beschossen werden. So können auch Konsolenspieler den als Ego-Shooter angelegten Titel effektiv spielen.

Doch beim Kämpfen und Erkunden soll es nicht bleiben. Du willst deine eigene Waffe? Bau sie dir! Du willst deine eigene Siedlung, Farm und Werkstatt? Bau sie dir! Fallout 4 überrennt den Spieler fast mit Möglichkeiten. Viele davon sind allerdings optional. Spielelemente, die ich mag, können anderen Spielern komplett egal sein. Auch dieses unterschiedliche Erleben macht Fallout aus. Ein anderes Markenzeichen der Serie hat es allerdings auch wieder in den neusten Teil geschafft. Weder die Grafik noch die technische Umsetzung sind perfekt. Spieler beschweren sich über eine altbackene Optik und Bugs, also Fehler im Programmcode. Stilistisch ist der Titel jedoch abermals sehr gelungen. Der 50er-Jahre Stil, in dem die Spielwelt nach ihrem Atomkrieg stehengeblieben ist, wirkt charmant, skurril und viel lebensnäher als es einem lieb ist.

Krieg, Minenarbeiter und Sekten

Wirklich einzigartig wird das Werk des US-Studios Bethesda Softworks unter Design-Koryphäe Todd Howard jedoch durch seine Geschichten. Das Ödland ist voll davon. Jede Höhle, jeder Industriekomplex, jedes kleine Haus kann ein Geheimnis, eine kleine Geschichte erzählen. Kleine oder große Schicksale von vor oder nach dem Krieg. Geheimnisse, Rätsel oder schlichte Anspielungen auf andere Spiele. Fallout 4 ist so groß, dass jeder Spieler etwas Anderes entdecken kann. Der Austausch darüber macht manchmal mehr Spaß als das Spielen selbst. Ich zum Beispiel habe eine Sekte entdeckt. Minenarbeiter, die sich nach dem Krieg zusammengefunden haben. In ihren Tagebüchern schreiben sie von Gewalt, Ritualen und strenger Hierarchie. Die Berichte wirken echt und füllen so eine tote Spielwelt mit Leben. Das ist Fallout.

Fallout 4 kann seit dem 10.11. auf PC, PS4 und Xbox One gespielt werden.

 

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2010

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