Unter dem Pflaster liegt der Strand

Wenn die Sonne vom Himmel brennt und kein Strandurlaub für den Hauptstadtbewohner in Sicht ist, gibt es nur eine Lösung: Wasser marsch! Sophie Krause kann drei Berliner Bäder empfehlen.

Fast ein bisschen Südsee-Feeling: Das Strandbad Plötzensee im Wedding. Foto: Berliner Bäder-Betriebe AöR

In Berlin offenbart sich derzeit ein faszinierendes Phänomen: die sommerliche Stadtflucht. Scheinbar machen sich sämtliche Freunde, Kollegen und Verwandte auf einen Schlag in ferne Länder und zu weiten Stränden auf. Entschleunigung überfällt die Stadt, es kehrt Ruhe ein. Und doch soll es vereinzelt Menschen geben, die bleiben und sich den Sommer über mit Hausarbeiten oder schlichtem Broterwerb herumschlagen. Das klingt grausam, trist und unfair? Möglich. Doch die Daheimgebliebenen wissen: Berlin liegt am Wasser! Ferien in der leergefegten Hauptstadt können Erholung für Leib und Seele sein; vorausgesetzt man kennt die Zugänge zu erfrischendem Nass, sodass der Badeurlaub direkt zu Hause losgehen kann.

Für Sportler: Olympiastadion

Wer denkt, das Olympiastadion könne nur Fußball und Papstbesuch, der hat weit gefehlt. Denn hinter dem pompösen Stadion, das anlässlich der Olympischen Spiele 1936 gebaut wurde, verbirgt sich ein beachtenswertes Freibad mit einem Sportbecken, einer Sprunganlage, zwei Nichtschwimmerbecken mit Plansch-Landschaft sowie einer weitläufigen Liegewiese. Im Olympiastadion kommt jeder auf seine Kosten. Für Sportler sind die fünfzig Meter langen Bahnen ein absolutes Muss, auf dem Sprungturm haben alle Mutigen und weniger Mutigen ihre Freude. Zudem eröffnet sich vom Becken aus ein überwältigender Blick auf die monumentale Architektur des Gebäudes und der Tribünen. Ehrgeizige Schwimmer können sich in der Vormittagszeit über garantiert leere Bahnen freuen.

Olympischer Platz 1
14053 Berlin
(U2, S 5, S 75) Olympia-Stadion
Eintritt: 2, 80 Euro (ermäßigt), 4,50 Euro (regulär)
Öffnungszeiten: Mo-So: 7 – 18 bzw. 20 Uhr

Für Badestrand-Fans: Plötzensee

Jene, die gerne an den Strand gehen, fahren in den schönen Wedding. Dort befindet sich, zwischen dem Westhafen mit seinen Industrie- und Lagerhallen und dem Volkspark Rehberge, der schnucklige kleine Plötzensee. Kräftige Bäume rundherum halten den Großstadtlärm erfolgreich fern. Bei sauberem Sandstrand, Strandkörben und Sonnenliegen könnte man fast von der Südsee träumen. Abseits des Sees bietet die Strandbar angenehme Abkühlungen. Wer auf der weiten Liegewiese ausreichend gefaulenzt hat, kann sich schließlich bei Beachvolleyball, Basketball oder Fußball verausgaben. Wer hinsichtlich des Publikums noch Bedenken hat, der sei entwarnt: Wedding halt. Da ist es wie im Clubhotel: von allem etwas.

Nordufer 26
13351 Berlin
(U9) Westhafen / (S 41, S 42) Beusselstraße
Eintritt: 2,50 Euro (ermäßigt), 4 Euro (regulär)
Öffnungszeiten: Mo-So: 9 – 19 Uhr

Für Sozialstudien und Wassermuffel: Prinzenbad (Stadtbad Kreuzberg)

Wer nicht unbedingt wert auf ausgiebiges Schwimmen, dafür aber auf intensive Sozialstudien legt, der ist im Prinzenbad genau richtig. Das Freibad befindet sich im Herzen von Kreuzberg und bietet vor allem Eines: Multikulti. Auf der weiten Liegewiese tummeln sich bei schönem Wetter Scharen von Familien, Jugendlichen und Kindern aus ganz Kreuzberg. Entsprechend voll sind zwar auch die drei Schwimmbecken, doch darauf kommt es im Prinzenbad nicht an. Hier erlebt man unverfälschte Kiezatmosphäre. Mit genügend Sonnencreme und Picknick ausgestattet, lässt es sich gut auf der Liegewiese aushalten. Fußballspielen wird hier auf großen Schildern verboten, macht deshalb aber besonders Spaß. Ebenso wie das amüsierte Ausschauhalten nach verloren gegangenen Kindern, die regelmäßig per Ansage ausgerufen werden. Wer seine Wertsachen einschließen möchte, sollte sich allerdings ein Vorhängeschloss mitbringen.

Prinzenstraße 113-119
10969 Berlin–Kreuzberg
(U1) Prinzenstraße
Eintritt: 2, 80 Euro (ermäßigt), 4,50 Euro (regulär)
Öffnungszeiten: Mo-So: 7 – 19 bzw. 20 Uhr

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2008

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