Die Wahl der Frauen

Am 14. Januar werden die Frauen der FU zur Wahlurne gebeten. Dann wird für die Frauenräte, die wiederum die Frauenbeauftragten wählen, abgestimmt. Von Josta van Bockxmeer

Illustration: Robin Kowalewsky

Illustration: Robin Kowalewsky

„Eine Sekunde“, sagt Anja Hein, „ich schließe kurz die Tür, und dann können wir reden.“ Die Stellvertreterin der zentralen Frauenbeauftragten nimmt sich am Telefon sofort Zeit für ein Interview. Ruhig erklärt sie, worum es am 14. Januar bei den Wahlen für die Frauenräte, die über die Einstellung der Frauenbeauftragten entscheiden, geht.

Die zentrale Frauenbeauftragte ist Mechthild Koreuber. Dieses Amt hat sie seit 1999 inne. Hein ist seit April 2011 ihre Stellvertreterin. Das Team von Koreuber bekommt an jedem Fachbereich sowie an den zentralen Einrichtungen und Instituten der Universität Unterstützung. Dort gibt es jeweils eine nebenberufliche Frauenbeauftragte und eine nebenberufliche Stellvertreterin. Die zentrale Frauenbeauftragte wird immer für vier Jahre gewählt. Ihre Stellvertreterinnen sowie die Frauenbeauftragten in den Fachbereichen und den zentralen Einrichtungen oder Instituten der FU treten für zwei Jahre an.

Indirekt gewählt

Die Frauenbeauftragten und ihre Stellvertreterinnen werden von Frauenräten gewählt, erklärt Hein. Alle Fachbereiche haben einen eigenen Frauenrat, der von den weiblichen Mitgliedern des Bereichs gewählt wird. Zusätzlich gibt es den zentralen Frauenrat, für den alle Frauen der FU abstimmen dürfen und der für die Wahl der zentralen Frauenbeauftragten zuständig ist.

Abstimmen können alle Studentinnen und Mitarbeiterinnen der FU also zweimal: Zum einen für den Frauenrat an dem Bereich, an dem sie studieren oder angestellt sind, zum anderen für den zentralen Frauenrat. „Nur in den Fachbereichen der Politik- und Sozialwissenschaften, der Philosophie und Geisteswissenschaften und der Biologie, Chemie und Pharmazie findet am 14. Januar keine Wahl für die Frauenräte statt“, sagt Hein. In diesen drei Fachbereichen laufe die Legislaturperiode des Gremiums noch.

Die eigene Statusgruppe wählen

Die Wahlberechtigten dürfen die Mitglieder ihrer eigenen Statusgruppe wählen: Studentinnen können also für ihre Kommilitoninnen abstimmen, die sich haben aufstellen lassen. „Die Frauenräte sind neben dem zentralen Wahlvorstand die einzigen Gremien, die viertelparitätisch besetzt sind“, macht Hein deutlich. Aus allen Statusgruppen werden also gleich viele Vertreterinnen gewählt.

Mehr als zehn Frauenräte an einer Uni – ist das keine überflüssige Bürokratie? Hein zufolge hat diese Art der Wahl aber auch entscheidende Vorteile. „Über das Wahlgremium haben die Studentinnen Mitbestimmungsrecht bei der Wahl der Frauenbeauftragten“, sagt sie. In einem Wahlsystem, in dem Wahlberechtigte nur für die Mitglieder der eigenen Statusgruppe abstimmen können, hätten die Studentinnen sonst nur einen Einfluss auf die Wahl der studentischen Kandidatinnen für das Amt.

Was machen die Frauenbeauftragten eigentlich? Die Aufgaben lassen sich unter den Stichwörtern „Förderung“ und „Konfliktlösung“ fassen, sagt Hein. Bei der „Förderung“ gehe es um die „systematische Begleitung aller Prozesse an der Hochschule aus Gleichstellungsperspektive“, um sicherzustellen, dass Frauen gleiche Chancen haben wie Männer. Die „Konfliktlösung“ beziehe sich vor allem auf Mediation und Maßnahmen gegen Diskriminierung – wichtig genug, um am 14. Januar wählen zu gehen.

Wo ihr eure Stimme abgeben könnt, erfahrt ihr hier.

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2008

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1 Response

  1. johanna sagt:

    Friede, Freude, Eierkuchen…

    Ganz so harmonisch ist die Arbeit der Frauenbeaufragten ja nun scheinbar auch nicht. Auch unter Frauen gibt es unterschiedliche Vorstellungen von Frauenpolitik, die man hier nicht einfach unter den Teppich kehren sollte: Schliesslich gibt es auch Kandidatinnen, die diesmal nicht direkt von der derzeitigen Amtsinhaberin ins Wahlgremium “bestellt” wurden. Es sieht es so aus, als gäbe es diesmal wirklich eine Wahl, zumindest bei den Somis und Wimis, siehe http://jasmin.in-berlin.de/frauenwahl-an-der-fu-berlin/

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