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Make FU-Klos great again

Von den Beschädigungen und Verschmutzungen der FU-Toiletten sind alle betroffen. Ann-Kathrin Spitzer wägt ab und kommt zu dem Ergebnis: So geht es nicht!

Erschreckend, wenn man sich als Studi nicht mehr auf die Uni-Toiletten traut. Oft beinhaltet der Besuch des stillen Örtchens anstehen, Geschäft erledigen und schnell wieder raus. Bei freier Auswahl sieht das Ganze etwas anders aus. Hier lautet die Devise: Langsam vortasten und kurz in jede Kabine spicken. Denn nicht jedes Klo ist gleich und die Entscheidung alles andere als einfach. Das, in dem der Toiletten-Sitz säuberlich abmontiert neben der Schüssel liegt, wird es schon mal nicht. Zur Auswahl stehen noch: Überall Klopapier – nur nicht auf der Rolle – oder doch lieber das Risiko eingehen, nicht absperren zu können, weil der Griff abgebrochen ist. Gar nicht so leicht, wenn’s dringend ist.

Apropos dringend: Mehr als drei Klos pro Sanitäranlage gibt es oft nicht. Bedenkt man die Zahl der Studierenden, kann das zum Problem werden. Zwischen den Veranstaltungen kommt man häufig nicht einmal in den Vorraum, um seine Trinkflasche aufzufüllen. Kein Wunder, dass die Toiletten so in Mitleidenschaft geraten. Solche hoch frequentierten Orte leiden einfach unter häufiger Benutzung. Das erklärt aber noch lange nicht jede Verunstaltung.

Toilettengang als Informationsveranstaltung

Wenn nach Anstehen bzw. sorgfältiger Auswahl doch einmal der Weg in die heilige Stätte gefunden wurde, gleichen die Wände mehr einem Social-Media-Feed als einer Trennwand. Hier steht mehr Content als im Twitter-Profil von Donald Trump. Nicht, dass alles, was es hier zu lesen gibt, genauso dämlich ist. Der ein oder andere Spruch verleitet sogar zum Schmunzeln. Wie auf Twitter wird hier viel kommentiert. Mit Stickern oder Edding werben Studenten*innen für Politisches, gesellschaftliche Themen und persönliche Neuigkeiten.

Und obwohl es irgendwie zur Uni gehört, bleibt umstritten, ob das Mitteilungsbedürfnis einiger Studis Sachbeschädigung rechtfertigt. Gäbe es doch nur eine Möglichkeit, seine Meinung öffentlich kundzutun, ohne fremdes Eigentum zu beschmutzen oder mutwillig zu beschädigen. Etwas worauf jeder Zugriff hätte …

Eine Hand wäscht die andere

Die ambivalente Mischung aus scheinbar tief sitzendem Gerechtigkeitssinn vieler Sitzungsschriftsteller*innen und aktiver Beschädigung macht stutzig. Neben den literarischen Veröffentlichungen wird man zudem oft Zeuge*in von Möchtegern-Innenarchitekten*innen. Manchmal sieht es glatt so aus, als hätte jemand versucht, eine Billigversion von einem Ikea-Teppich in der Kabine zu verlegen. Für diese Klopapier-Verschwendung, sowohl in finanzieller als auch in ökologischer Sicht, fehlen die Worte.

Hoffentlich schaffen es in Zukunft endlich alle Studierenden, ihre Toiletten sauber und ordentlich zu hinterlassen. Denn der eigene Frust muss nicht an fremdem Eigentum ausgelassen werden, noch dazu an der eigenen Universität. Denn sind wir mal ehrlich: Niemand hat etwas von heruntergerissenen Klobrillen und grauen Klopapierteppichen. Einfach mal ein bisschen mehr auf seine Umwelt und die Menschen darin achten, dann kann das Image der FU-Toiletten auch wieder ein wenig aufpoliert werden.

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