Politische Rückschau: Das Klima bleibt exzellent

Klimastreik, Exzellenz, Personalratsaffäre und fragwürdige Investitionen: Was an der FU diesen Sommer so vor sich ging, fassen Jette Wiese, Julian Sadeghi und Julian von Bülow zusammen.

Auch in den Semesterferien protestierten FU-Studis für das Klima. Foto: pixabay.com

Gestreikt wurde auch in den Ferien

Auch während der Semesterferien fanden Klimastreiks von Fridays for Future statt (FFF). Die Gruppe hatte am 20.9. zu einem globalen Streik aufgerufen, an dem in Deutschland 1,4 Millionen Menschen teilnahmen – in Berlin waren es nach Angaben der Veranstalter*innen 270.000. Es sei allerdings mühsam gewesen, Studierende zu den Protesten zu bewegen, sie seien wegen der Ferien „wie abgetaucht“, berichtet die FFF-Gruppe der FU gegenüber FURIOS.

Trotzdem werde freitags weiter gestreikt. Die Gruppe plant eine bundesweite Aktionswoche an den Universitäten, die mit einem globalen Klimaprotest am 29.11. enden soll. 

Der Protest richtet sich unter anderem gegen das Ende September vorgestellte Klimapaket der Bundesregierung, das als mangelhaft und mutlos gilt. Die FFF-Gruppe an der FU sagt dazu: „Es hat uns alle durchweg enttäuscht und uns gezeigt, dass unser Protest weitergehen muss.“

FU bleibt Exzellenzuni

Die FU ist in der „Berlin University Alliance“ mit HU, TU und Charité weiter Teil der Förderung, die Entscheidung im bundesweiten Exzellenzwettbewerb fiel Ende Juli. Den Status als sogenannte Exzellenzuniversität behalten die elf geförderten Universitäten für sieben Jahre, danach gibt es lediglich eine Kontrolle, aber keinen neuen Wettbewerb. Mit dem Titel sind Fördergelder von jährlich bis zu 28 Millionen Euro verbunden.

Kündigung von Personalratsmitglied sorgt für Kritik

Der Versuch, einem Beschäftigten und Mitglied des Personalrats der Freien Universität außerordentlich krankheitsbedingt zu kündigen, erfuhr Anfang September heftige Kritik vonseiten des Asta und der FU-Verdi-Betriebsgruppe. Diese kritisierte, die Kündigung sei ein Angriff auf alle Beschäftigten, die der Leitung unbequem seien. Der Gesamtpersonalrat hat der Kündigung die notwendige Zustimmung verweigert. Die FU hat nun die Möglichkeit, die Kündigung vor dem Verwaltungsgericht weiter zu verfolgen.

Scharfe Kritik äußerte Verdi auch gegenüber dem Personalrat Dahlem. Dieser habe der Kündigung zugestimmt und damit deutlich gezeigt, wessen Interessen er tatsächlich vertrete. Der Personalrat Dahlem ist einer der drei Personalräte der FU, die gemeinsam den Gesamtpersonalrat bilden.

FU investiert in Kohle, Atom und Deutsche Wohnen

Die FU verwaltet ein Vermögen von 6,5 Millionen Euro, mit dessen Rendite unter anderem Stipendien, Forschungsreisen, -preise und -stellen finanziert werden. Wie das „Neue Deutschland“ (ND) im August aufdeckte, gehören zur Quelle der Gelder unter anderem Geschäfte mit Atomwaffentechnologie, Kohle und Erdöl sowie Wohnungsunternehmen.

Dem „ND“ teilte die FU mit, seit der Finanzkrise sei es schwierig, mit Geldanlagen Gewinne zu erwirtschaften. Sie werde aber prüfen, ob „zusätzliche Nachhaltigkeitsanreize gesetzt werden können.“ Die FU möchte nach eigenen Angaben „Nachhaltigkeit in allen Bereichen der Universität stärken”. 

Seit 2016 können kommunale Berliner Unternehmen ihre Rücklagen im Nachhaltigkeitsindex BENEXX anlegen. Darin sind nur Aktien von Firmen, deren Geschäft nicht auf fossilen Brennstoffen, Atomenergie oder Waffen basiert.

Autor*innen

Julian Sadeghi

Gibt es was Schöneres als rhetorische Fragen?

Julian von Bülow

erkennt das doppelte Leerzeichen im Text auch noch aus 5000 Pixel Entfernung und ist ein kleiner Teil des Mediensystems im Mikrokosmos FU Berlin.

Jette Wiese

Erst Furios, dann dubios. Oder umgekehrt.

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