Her mit dem Weihnachtsbaum!

An der FU weihnachtet es so gar nicht. Wer sich auf die Suche nach Weihnachtszauber auf dem Campus macht, wird bitter enttäuscht. Alexandra Brzozowski meint, dass wir uns nicht damit abfinden sollten.

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Berlins Boulevards erstrahlen im Glanz von Lichterketten. Lichtumflutete Linden säumen das Brandenburger Tor. Weihnachtsmärkte an jeder Ecke, festtagliches Gedudel in den Kaufhäusern, weihnachtliche Stimmung weit und breit. Moment! Weit und breit?

Je länger man auf dem Campus Dahlem sucht, desto tiefer sinkt die Laune auf dem weihnachtlichen Stimmungsbarometer. Zwar finden sich nach langer Suche hier und da in den studentischen Cafés ein paar weihnachtliche Aktionen wie Plätzchen- oder Glühweinverkauf, Weihnachtsdekoration sucht man in den Gebäuden jedoch vergeblich. Hier herrscht in der Vorweihnachtszeit eher Trostlosigkeit. Hat die Uni Weihnachten etwa vergessen?

Auch eine Bildungseinrichtung braucht Atmosphäre

Nüchtern erklärt die Pressestelle der FU, dass es diesbezüglich keine zentrale Regelung an der Universität gebe. Schade eigentlich. Denn wo sonst in der Stadt alle Zeichen auf Weihnachten stehen, fehlt es auf dem Campus an festlicher Stimmung. Der Henry-Ford-Bau grüßt mit seinem leeren Atrium und auch vor den Mensen ist kein Bäumchen zu sehen. Nicht ohne Grund heißt es, der Jahreslauf und damit auch die Weihnachtszeit sollte sich auch in Bildungseinrichtungen widerspiegeln, um zumindest ein bisschen Atmosphäre zu erzeugen. Da sollte sich die Uni nicht herausnehmen.

Wer mehr weihnachtliche Stimmung fordert, kommt an kritischen Gegenstimmen jedoch nicht vorbei. Religiöse Symbole in staatlichen Einrichtungen – das bietet unendlich viel Diskussionsstoff. Wer aber in den vergangenen Wochen durch die Stadt geschlendert ist, dem dürfte aufgefallen sein, dass es vor allem staatliche Einrichtungen sind, die allerhand Weihnachtsschmuck beherbergen – Schulen, Bibliotheken und selbst staatliche Ministerien wie das Auswärtige Amt – sind im Besitz eines Weihnachtsbaumes.

Organisiert Euch gegen die Kritiker

Weihnachtsbäume zu Dekorationszwecken: da schalten sich natürlich auch wieder die ewigen Kritiker ein, die sich der Rettung der Umwelt verschrieben haben. Mit vehementer Ablehnung und dem dezenten Verweis auf ökologische Korrektheit kommen sie daher. Wer mit dem Leid der Natur argumentiert, wenn für die Weihnachtsdeko in der Uni Bäume gefällt werden, dem kann Abhilfe geschaffen werden. Anstatt jedes Jahr einen Baum zu kaufen, der extra für das Fest getötet und aus dem Wald entführt wird, könnte man in der FU auch künstliche Bäumchen anschaffen und diese dann immer wiederverwenden. Das würde dann auch die letzten Nörgler verstummen lassen, die das Geld für frische Tannenbäume an einer anderen Stelle sinnvoller investiert sähen.

Es gibt für die Liebhaber von Weihnachtsschmuck unter uns trotzdem einen Ausweg: selbst ist der Student! An der Uni wird uns ständig die doch so wichtige Selbstverantwortung eingebläut. Wenn Ihr also Weihnachten an der Uni haben wollt, organisiert Euch im Zeichen von Lichterketten, Tannenzweigen und Weihnachtskugeln! Die Fachschaftsinitiativen könnten sich im kommenden Jahr beispielsweise selbstständig zusammenraufen und ihren Instituten ein wenig Weihnachtszauber bescheren, was bisher noch zu wünschen übrig ließ. Also, endlich her mit dem Weihnachtsbaum!

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2010

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