Bewegung in der Flüchtlingsfrage

Mit dem Programm „Welcome@FU“ möchte die Universität zur Integration von Geflüchteten beitragen. Wie weit die Tore tatsächlich geöffnet werden sollen, ließ das Präsidium jedoch offen. Von Alexandra Brzozowski

Der Akademische Senat verkündet Maßnahmenpaket für geflüchtete Studieninteressierte. Achrivbild: Julian Daum

Die erste Sitzung des Akademischen Senats (AS) im neuen Semester am vergangenen Mittwoch begann mit einer Überraschung: Universitätspräsident Peter-André Alt kündigte ein Maßnahmenpaket an, das Flüchtlingen den Zugang zum Studium erleichtern soll. Zudem wurde über die Neuordnung des „Margherita-von-Brentano-Zentrums“ zur Förderung der Frauen- und Geschlechterforschung und über die Errichtung des Zentralinstituts „Dahlem School of Education“ beraten.

Breites Maßnahmenpaket vorgestellt

Das Programm „Welcome@FUBerlin“ soll studieninteressierten Geflüchteten ermöglichen, ab diesem Wintersemester kostenlos an ausgewählten Lehrveranstaltungen und Zusatzangeboten teilzunehmen. Ab dem kommenden Sommersemester solle zudem die Möglichkeit bestehen, in beschränktem Umfang Leistungsnachweise zu erwerben, die dann auf ein späteres Studium angerechnet werden könnten. Der Einstieg in die Hochschule und in ein reguläres Studium selbst werde den Studieninteressierten durch das englischsprachigen Modulangebot „Berlin- und Deutschlandstudien“ und ein Studienkolleg erleichtert. Hinzu kämen sechzehnwöchige Deutschkurse für rund 70 studieninteressierte Geflüchtete, sowie eine „Deutsch als Fremdsprache“-Fortbildung für ehrenamtliche Deutschlehrerinnen und –lehrer.

Aufgrund des Engagements vieler Studierender bei der Flüchtlingshilfe, so Alt, diskutiere das Präsidium auch ein mögliches Mentoring-Programm. Ebenfalls im Gespräch sei die Möglichkeit für Studierende, sich ein persönliches Engagement in der organisierten Flüchtlingshilfe als Praktikum anrechnen zu lassen.

Nach welchen Kriterien Geflüchtete ausgewählt und zu welchen Studiengängen sie zugelassen würden, wurden in der Sitzung keine näheren Angaben gemacht. Auch auf konkrete Nachfrage der Studierendenvertreter wollte sich das Präsidium nicht zu möglichen Kontingenten und Zulassungsmodalitäten äußern. Eine Nutzung der leerstehenden Institute als Unterkünfte, die Professor Beck zur Sprache brachte, schloss Präsident Alt aus.

Fragen der Besetzung

Im weiteren Verlauf der Sitzung gab der AS dem Antrag auf Neuordnung des „Margherita-von-Brentano-Zentrums“ zur Förderung der Frauen- und Geschlechterforschung statt. Ziel sei hierbei verschiedene Bereiche unter einem Dach zusammenzuführen und besser zu koordinieren.

Außerdem wurde die Errichtung des Zentralinstituts „Dahlem School of Education“ beschlossen. Am Zentralinstitut soll künftig die gesamte Lehrerausbildung der FU stattfinden. Kern der Diskussion im AS war hierbei die Zugehörigkeit der Professoren und Studierenden, die de facto eine Doppelmitgliedschaft darstellen würde, da diese sowohl am Zentralinstitut, als auch in ihrem eigenen Fachbereich stimmberechtigt wären.

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2008

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