Ich wohn jetzt auf der Straße – der J-Straße

Während das politische Berlin über die studentische Wohnungsnot streitet, hat FURIOS die Lösung längst in petto. 

Bildmontage: Julian Sadeghi; Foto: unsplash.com

Ein Funke Hoffnung – schwach angefangen und dann stark nachgelassen. In unserer neuen Satire-Serie widmen wir uns all den kleinen und großen Ideen, die um den Kosmos FU wabern: Theoretisch zwar brillant, praktisch aber allzu oft eher so mittelmäßig. Kein Anspruch auf Ernsthaftigkeit! 

Die Lösung für die studentische Wohnungsnot ist khakifarben. Sie ist auch bemerkenswert flauschig und umfasst wohl mehr Stoff als die Drogenasservatenkammer der Berliner Polizei. Die Lösung für die studentische Wohnungsnot ist ein Teppich. Er liegt in der J-Straße der Rostlaube. Denn es ist ja so: Während die flughafenterminalesken K- und L-Straßen tagsüber stark frequentiert werden, ist in der J-Straße tote Hose. Hierhin verläuft man sich höchstens zufällig, und dann gibt’s nix zu sehen außer Sparkassenwerbung und knutschende asiatische Austauschstudierende.

Ideal also für studentisches Wohnen. Es ist ruhig, sanitäre Anlagen sind vorhanden, es gibt sogar einen Wickelraum. Der Blick aus der großen Fensterfront schweift ins Grüne. Es gibt auch WLAN, der abendlichen Netflix-Serie steht nichts im Wege. Und vor allem – Lage, Lage, Lage – der Weg zu den Seminaren am Morgen ist kürzer als jede Warteschlange bei einer Wohnungsbesichtigung.

Konzeptionell gut eingebettet

Man muss sich das mal durchrechnen: Es gibt hier wirklich sehr viel Platz, bei Bedarf sogar für Stockbetten. Die J-Straße ist ca. 600 Meter lang. Das ergibt wohl mindestens 500 Personen, die in den ehrwürdigen Hallen ihr Köpfchen betten könnten.

Die FU würde mit der Nutzung eines staatlichen Gebäudes als Herberge kein Neuland betreten. Ein Blick zu den Genoss*innen in Nordkorea genügt: Seit Jahren beherbergt die nordkoreanische Botschaft in Berlin ein Hostel. Was Kim kann, kann die FU auch, denn von Kim lernen heißt siegen lernen.

Eine Win-Win-Situation also für alle Beteiligten: Die Studierendenschaft muss nicht mehr länger Geld für Notunterkünfte oder Hostels blechen und die J-Straße wird endlich nicht mehr umsonst geheizt. Klar, der Asta wird an der Maßnahme wieder was zu meckern haben. Aber Präsidium und Senatskanzlei, we got you covered: Wer bei Extinction Rebellion auf dem nassen Asphalt schlafen kann, kann ja wohl auch im FU-Gebäude nächtigen. Sollen sich diese linksalternativen Hippies mal nicht so anstellen.

Autor*in

FURIOS Redaktion

Unabhängiges studentisches Campusmagazin an der FU seit 2010

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