Überbuchungen sollen bekämpft werden

Der Akademische Senat hat einen neuen Strukturplan für die FU für die kommenden zehn Jahre beschlossen. Der sieht auch vor, die Studiengänge nicht mehr so stark zu überbuchen. Von Sophie Krause

Der Akademische Senat hat einen neuen Struktuplan beschlossen. Foto: Julian Daum

Wenn es ums Geld geht, ist an der FU meistens Ärger programmiert. So hatte sich der Akademische Senat (AS) am Mittwoch vorsorglich gleich in einen größeren Saal einquartiert, um auf großen Besucherandrang vorbereitet zu sein. Denn der AS wollte den neuen FU-Strukturplan verabschieden – darin teilen die Berliner Unis dem Senat alle zehn Jahre ihre Planung von Lehre und Forschung mit, damit für die Hochschulverträge errechnet werden kann, wie viel Geld die Unis brauchen.

Doch die erwartete Besucherzahl blieb aus. Einzig vor den Fenstern des Saals demonstrierten einige Studenten mit Plakaten Nach einer Stunde Diskussion nahm der AS den Strukturplan und eine vom Präsidium verfasste Stellungnahme mehrheitlich an.

Der Strukturplan sieht unter anderem vor, die Überschreitung der im letzten Plan vorgesehenen Studienplätze zu reduzieren, also die Überbuchung von Studiengängen, um so die „hohe Überlastsituation zu mildern“ und die Studiensituation zu verbessern. Punkte wie der Dauerbrenner befristete Stellen im Mittelbau wurde nicht mit aufgenommen.

Angesichts des 2020 auslaufenden Hochschulpakts stehen der FU womöglich finanzielle Engpässe bevor. Fällt eine vorübergehende Bundesfinanzierung weg, so die Befürchtung der Beteiligten, könnte dies die Berliner Unis besonders schwer treffen, da das Land selbst knapp bei Kasse ist.

FU will mehr Geld vom Land

Daher wird in der angehängten Stellungnahme zum Strukturplan betont, man wolle darauf hinwirken, dass das Land Berlin die FU in Zukunft wieder vollständig finanziert. Kanzler Lange erklärte: „Wir brauchen mehr Geld aus dem Landeszuschuss.“ Gleichzeitig wolle man weniger Studenten zulassen. da die Uni ohnehin schon finanziell am Limit sei.

Die studentischen Vertreter beantragten unter anderem eine 50-prozentige Frauenquote bei Neuberufungen von Dozenten, wurden aber überstimmt. Ferner bemängelten die Studenten, dass zentrale Herausforderungen der Lehre nicht behandelt würden, zum Beispiel hohe Durchfallquoten bei Prüfungen und die Streichung von Tutorien in einzelnen Studiengängen. Kanzler Lange verteidigte den Entwurf und berief sich auf die Worte von Ex-Bürgermeister Klaus Wowereit: „Wir müssen sparen bis es quietscht“, erklärte er. Man versuche stattdessen, mit der Situation bestmöglich umzugehen.

Die Abstimmung über die Einrichtung des „Margherita-von-Brentano-Zentrums“ wurde verschoben, weil sich die AS-Mitglieder in vielen Punkten nicht einig waren. Darin sollen die Zentraleinrichtung zur Förderung der Frauen- und Geschlechterforschung und das Interdisziplinäre Zentrum für Geschlechterforschung zusammengeführt werden.

Autor*in

FURIOS Redaktion

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1 Response

  1. Dingdong sagt:

    Gegen den Strukturplan wurde ein studentisches Gruppenveto eingelegt, er ist also nicht beschlossen.
    Schön auch, dass für euch die Streichung von Studienplätzen auch bloß weniger “Überbuchung” bedeutet. Dadurch wird Leuten das Studium verwehrt. Vielleicht gibt es keine “Überbuchung”, sondern eine Unterfinanzierung?!

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